Politik : Manager gegen die Not

Sascha Klettke

Ein großes Ziel haben sich die Staats- und Regierungschef der Erde vor zwei Jahren auf dem Millenniums-Gipfel in New York gesetzt: Die extreme Armut auf der Welt soll bis zum Jahr 2015 halbiert werden. Wie Deutschland dabei helfen kann, beriet am Dienstag eine hochkarätig besetzte Runde mit Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Unter anderem AltBundespräsident Richard von Weizsäcker, ARD-Chef Fritz Pleitgen und zahlreiche Wirtschaftsmanager trafen sich zum ersten "Dialogforum 2015".

Eigentlich wollte auch der Kanzler kommen. Der sagte aber kurzfristig ab. "Aus Termingründen. Er musste den Tag vorbereiten", hieß es. Schröder ließ aber sein Redemanuskript verteilen. "Einerseits passiert in unserem Land mehr als irgendwo anders, anderseits ist in der Öffentlichkeit das Verständnis für die Not auf der Welt weiter unterentwickelt", sagte Richard von Weizsäcker. Eines der Ziele des "Dialogforum 2015" ist es, das zu ändern. Mehr als eine Milliarde Menschen müssen mit weniger als einem Dollar pro Tag leben.

Um ihre Lage zu verbessern, hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr ein Aktionsprogramm beschlossen. Darin steht, was Deutschland auf der Bühne der internationalen Politik für die armen Ländern tun will und wie die deutsche Entwicklungspolitik aussehen soll. "Es geht ganz konkret um Bildung und Gesundheit. Es geht um den Schutz vor verheerenden Epidemien wie Aids, Malaria und Tuberkulose", schrieb Schröder in die Rede, die er dann nicht gehalten hat. Die Staaten haben auch vereinbart, mit wie viel Geld sie die Armut in der Welt bekämpfen wollen: 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sollen für die Entwicklungshilfe verwendet werden. Im Jahr 2000 war es in Deutschland weniger als die Hälfte, knapp drei Prozent. Wenn es finanzielle Spielräume gäbe, würde er gern mehr tun, steht in Schröders Manuskript. Einen konkreten Beitrag zur Entwicklungshilfe hat der Kanzler schon zugesagt: Zum nächsten Treffen des Forums will er auf jeden Fall kommen.

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