Politik : Mauerschützen: Neuer Prozess gegen DDR-Grenzoffiziere

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Kurz bevor die Fälle verjährt sind, hat in Schwerin ein Prozess gegen zwei ehemalige DDR-Grenzoffiziere begonnen, denen von der Staatsanwaltschaft eine Mitverantwortung für Verletzte in den Minenfeldern an der innerdeutschen Grenze zur Last gelegt werden. Die heute 73 beziehungsweise 70 Jahre alten Angeklagten bestritten jedoch am Montag vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Schwerin, Einfluss auf die Einrichtung der Minenfelder gehabt zu haben. Die Anklage wirft ihnen Totschlag und schwere Körperverletzung beziehungsweise Beihilfe dazu in vier konkreten Fällen in den Jahren 1963 bis 1969 vor. Der Vorwurf der Körperverletzung würde am 2. Oktober verjähren. Nach Ansicht des Staatsanwaltes haben beide durch ihre konkreten Befehle für das so genannte Grenzregime im Abschnitt zwischen der Lübecker Bucht und dem mecklenburgischen Schaalsee dazu beigetragen, dass ein "Grenzverletzer" erschossen und drei weitere in den Minenfeldern schwer verletzt oder sogar getötet wurden. In nur einem Fall geht es um einen DDR-Flüchtling. Die drei anderen Männer wollten offenbar in die DDR gelangen. Der einstige Kommandant des Grenzregiments Willi A. sagte, er sei "felsenfest davon überzeugt gewesen, das militärisch Richtige zu tun".

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