Politik : Mazedonien: Drei EU-Beobachter von Mine getötet

In Mazedonien sind drei Waffenstillstandsbeobachter der Europäischen Union (EU) vermutlich tödlich verunglückt. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in der Hauptstadt Skopje sagte am Freitag, ihr stark beschädigtes Fahrzeug liege auf dem Grunde einer Schlucht. Das schwierige Gelände behindere die Bergung.

"Ich kann es noch nicht bestätigen, aber alles deutet darauf hin, dass das EU-Team tot ist", sagte der Ministeriumssprecher. Der Polizeipräsident der Albaner-Stadt Tetovo, Shaip Billali, sagte, der Jeep sei auf eine Mine gefahren. Die Männer aus Norwegen, der Slowakei und Mazedonien waren am Donnerstag nicht von einer Kontrollfahrt in den Bergen bei Tetovo zurückgekehrt. Auf dem Balkan sind insgesamt 115 EU-Beobachter stationiert. Der Land Rover war zuletzt gesehen worden, als er ins Gebiet der Albaner-Partisanen der UCK fuhr, die sich vor fünf Monaten gegen die Regierung erhoben, um die Gleichstellung ihrer Minderheitsgruppe mit der slawischen Mehrheit zu erreichen. USA, Nato und EU erreichten Verhandlungen über eine entsprechende Verfassungsänderung, während derer die Feindseligkeiten ruhen.

Militär ermahnt die Politik

Eine langfristige politische Strategie für den Balkan hat der Inspekteur der Streitkräftebasis, Vizeadmiral Bernd Heise, gefordert. Beim Besuch des Tagesspiegels sagte er: "Wenn die Nato die Bedingungen für einen Entwaffnungseinsatz in Mazedonien für gegeben hält, wird auch die Bundeswehr ihren Beitrag leisten. Aber wir werden nicht ewig auf dem Balkan bleiben und die Minderheiten schützen können." Heise verlangte "politische Gestaltung", damit zivile Strukturen besser greifen könnten: "Wir können nicht militärisch wettmachen, dass es keine politisch greifbare Zukunft gibt." Auch unterstützte er die Idee einer internationalen Balkan-Konferenz, um die Befriedung der Region zu erreichen.

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