Medienbericht : Facebook-Einträge kosten SPD-Ministerialdirektor den Kopf

Der baden-württembergische Ministerialdirektor im Finanz- und Wirtschaftsministerium, Daniel Rousta, hatte auf seiner Facebook-Seite unter anderem die FDP angegriffen. Finanzminister Schmid zeigt sich empört.

Despektierliche Äußerungen im Internet werden den Ministerialdirektor im Finanz- und Wirtschaftsministerium von Baden-Württemberg, Daniel Rousta, wohl den Kopf kosten. Der SPD-Politiker hatte auf seiner Facebook-Seite unter anderem die FDP angegriffen. In Reaktion auf einen Magazinbericht über die Partei hatte er gepostet: "Netter kleiner 'Shitstorm' der da gerade über die FDPisser hereinbricht." Roustas Rauswurf sei beschlossene Sache, sagte am Donnerstag ein führender Sozialdemokrat dem "Spiegel". "Er ist nächste Woche nicht mehr im Amt." Die Opposition forderte am Donnerstag Roustas Entlassung.

Auch Finanzminister Nils Schmid (SPD) zeigte sich empört: "Ich missbillige ausdrücklich die privaten Postings von Daniel Rousta, sie sind eines Beamten unangemessen." Rückendeckung erhielt der 38-Jährige aus der Wirtschaft.

Schmid sagte, er werde mit Rousta am Samstag nach dessen Rückkehr aus Russland ein "Gespräch über die Konsequenzen aus diesem Fehlverhalten" führen, denn jeder Mitarbeiter habe das Recht, vom Dienstvorgesetzten persönlich angehört zu werden. Die Facebook-Seite sei ganz klar privat, erklärte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage.

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Eine kleine Geschichte des Shitstorm
Vom Sturm verweht. Schon das Erwähnen von Reizworten (Netzsperren, Anonymität) reicht aus, um den "Shitstorm" zu entfesseln.Alle Bilder anzeigen
1 von 5Foto: dapd
31.03.2012 21:47Vom Sturm verweht. Schon das Erwähnen von Reizworten (Netzsperren, Anonymität) reicht aus, um den "Shitstorm" zu entfesseln.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe löschte Rousta am Mittwoch seine Äußerung zur FDP und entschuldigte sich. Er habe nach dem Scheitern der Schlecker-Transfergesellschaft wegen der Verweigerung der FDP-mitregierten Länder seinem Ärger auf Facebook Luft gemacht. „In dem einen Fall ist mir einfach der Gaul durchgegangen - Sorry, Herr Rülke, Sorry Liberale dieser Welt“, schrieb er.

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