Politik : Medizin-Nobelpreis für Erforschung des Geruchssinns

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Oslo Der diesjährige Medizin-Nobelpreis geht an zwei US-Forscher für die Enträtselung des Geruchssinns. Richard Axel (58) und Linda Buck (57) haben in zahlreichen Untersuchungen die Funktionsweise dieses Sinnes beschrieben, begründete das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm seine Wahl. „Sie haben einen unserer grundlegenden Sinne kartografiert. Der Geruchssinn hat Einfluss auf unser Wohlbefinden, unser Wiedererkennungsvermögen, vielleicht mehr, als wir bisher ahnen“, sagte der Sekretär des Nobelkomitees, Hans Jörnvall.

Der Mensch kann etwa 10000 Gerüche unterscheiden. Doch wie gelingt ihm das? An der New Yorker Columbia-Universität verfolgten Axel und Buck minutiös den Weg, den die Geruchssignale von der Nase bis ins Gehirn zurücklegen. Eine der entscheidenden Entdeckungen gelang ihnen im Jahr 1991. Sie stellten fest, dass Säugetiere wie etwa die Maus eine große Familie von Genen besitzen, die ihre Nase mit „Riechmolekülen“ ausstattet. Jedes dieser rund 1000 Moleküle hat sich auf einen bestimmten Duft spezialisiert. Wie viele Riechmoleküle der Mensch besitzt, wird noch erforscht. Auch wie das Gehirn Düfte verarbeitet und diese mit Gefühlen und Erinnerungen verbindet, bleibt rätselhaft.

Der Nobelpreis für Medizin ist diesem Jahr mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert. Linda Buck ist in der Geschichte der Medizin-Nobelpreise seit 1901 erst die siebte Frau, die diese Auszeichnung erhält. bas

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