Politik : Mehr Viecherei

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Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Gestern haben wir uns hier dem Politischen, Menschlichen und Tierischen gewidmet. Wir haben Jürgen Trittins Einsatz für die 21 deutschen Fledermaus-Arten gewürdigt und spekuliert, wann BDI-Präsident Michael Rogowski wohl die von ihm gesichtete „Steuersau“ erlegt. Nun haben uns Anrufe erreicht: Mensch und Tier, so hehr, die möge man doch nicht mit dem Politischen verbinden! Dergestalt aufgeschreckt haben wir genauer hingesehen und Abgründe entdeckt. Es ist wahr, wenn Mensch und Tier aufeinander treffen, dann spielt nicht immer die Politik mit. Sondern, viel schlimmer, Kriminalität! Verbrechen! Zwei Beispiele erhellen dies. In Budapest ist gerade ein Mensch, der von Beruf Autodieb ist, bei der Ausübung seiner Tätigkeit auf eine Ladung gestoßen, die sich in dem von ihm entwendeten Fahrzeug befand. Fünf landesweit bekannte Rettungshunde schliefen in dem Auto. Das wusste der Dieb vorab nicht und merkte es erst, als die Fracht zu bellen begann. Der Mensch dachte sich, er wolle seine Kriminalität ungestört ausüben, da stört das Tier nur, und warf die Hunde aus dem Wagen. Einer wurde leicht verletzt. Doch Bizarres ereignet sich nicht nur im Ausland. Im pfälzischen Hassloch, wo wahrscheinlich auch Rogowski auf die Pirsch nach der Steuersau geht, nahm gerade ein Jäger-Kollege von ihm Platz auf seinem Hochsitz. Unter ihm am Waldrand trafen sich aber keine Rehe, sondern mit ungläubigem Entsetzen sah der Waidmann einen Rollstuhlfahrer, der zwei junge Männer erschoss. Er rief die Polizei. Die ermittelte: Alle drei, der Rolli und die Opfer, waren Studenten, die einen Film drehten. Das Blut war Ketchup. Die Steuersau treibt weiter, unerlegt, ihr Unwesen. Robert von Rimscha

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