Politik : Mehrheit gegen Stoiber Politbarometer: Union bleibt trotzdem vorn

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Berlin Einen Monat vor der geplanten Bundestagswahl vergrößert sich der Abstand zwischen Union und SPD in der politischen Stimmung wieder sichtbar. Nach dem Politbarometer, das die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag von ZDF und Tagesspiegel erstellt hat, verbessern sich die C-Parteien von 41 auf 44 Prozent, die SPD verliert drei Prozentpunkte und kommt auf 28 Prozent. Die Grünen liegen unverändert bei neun sowie die Liberalen bei acht Prozent. Die Linkspartei/PDS fällt von neun auf acht Prozent.

Nachdem sich der Vorsprung des bürgerlichen Lagers vor den Regierungsparteien von 23 Prozentpunkten Ende Mai auf zuletzt neun Punkte verringert hatte, ist die Differenz wieder auf aktuell 15 Prozentpunkte angewachsen. Zum Vergleich: Einen Monat vor der Wahl 2002 lag Rot-Grün einen Prozentpunkt hinter Schwarz-Gelb.

Die Veränderungen in der politischen Stimmung resultieren fast ausschließlich aus dem Westen, wo die Union um vier Punkte auf 47 Prozent zulegen kann. Im Osten hat sich die CDU trotz massiver Imageeinbußen von CSU-Chef Edmund Stoiber nur um einen Punkt auf 32 Prozent verschlechtert. Die SPD verliert dort auch einen Punkt und liegt bei 29, die Linkspartei/PDS bei 23 Prozent. Würde an diesem Sonntag gewählt, hätte Schwarz-Gelb eine knappe Mehrheit. Die Union käme leicht verbessert auf 43 Prozent, die SPD könnte mit 29, die Grünen mit neun, und die FDP mit acht Prozent rechnen, die Linkspartei/PDS nach leichten Verlusten mit acht Prozent.

Mit seinen Aussagen zu frustrierten Ostdeutschen hat CSU-Chef Edmund Stoiber vor allem dem eigenen Ansehen geschadet: Auf einer Skala von plus 5 bis minus 5 fiel er von einem vollen Skalenpunkt auf minus 0,7 in Westdeutschland, im Osten auf minus 2,6. Damit rangiert er nur noch knapp vor Gregor Gysi (minus 1,3) von der Linkspartei. Oskar Lafontaine (minus 1,9) hält die rote Laterne. Falls die Union die Wahl gewinnt, sind jetzt 70 Prozent der Befragten gegen die Übernahme eines Ministerpostens durch Stoiber auf Bundesebene, nur 26 Prozent sind dafür. Tsp

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