Meinungsumfrage : Schlechtere Stimmung für Union und Merkel

Keine guten Nachrichten für die große Koalition: Im ZDF-Politbarometer schneidet die Union schlechter ab. Und erstmals beurteilten die Befragten die Arbeit der Regierung negativ.

Berlin - Die politische Stimmung für die Union und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich dem ZDF-Politbarometer zufolge weiter verschlechtert. CDU und CSU verloren bei der Umfrage einen Punkt und kamen nun auf 38 Prozent, während die SPD unverändert 31 Prozent erreichte. Merkel blieb zwar die beliebteste Politikerin, erhielt jedoch nur noch einen Durchschnittswert von 1,4 (Juni: 1,8). Die Arbeit der großen Koalition wurde erstmals negativ beurteilt.

Die FDP verbesserte sich in der politischen Stimmung auf zwölf Prozent (plus drei), die Linkspartei erhielt sechs Prozent (minus eins) und die Grünen blieben bei zehn Prozent. Bei der so genannten Sonntagsfrage, die längerfristige Überzeugungen und Bindungen berücksichtigt, kam die CDU/CSU nur noch auf 37 Prozent (minus zwei) und die SPD auf 31 Prozent (minus eins). Die FDP erhielt elf Prozent (plus zwei), die Grünen bekamen unverändert acht Prozent und die Linkspartei landete bei sieben Prozent (minus eins).

Politiker werden insgesamt schlechter bewertet

Die Arbeit der Koalition erreichte auf der Skala von minus fünf bis plus fünf einen Durchschnittswert von minus 0,4 (Juni: 0,0). Allerdings fiel auch die Bewertung der Arbeit aller Oppositionsparteien negativ aus. Die FDP erhält minus 0,2, die Grünen minus 0,8 und die Linkspartei minus 2,1. Nur noch 38 Prozent der Befragten (Juni: 54 Prozent) bezeichneten das Verhältnis zwischen den beiden Regierungspartnern als gut, aber 55 Prozent (Juni: 39 Prozent) als schlecht (weiß nicht: 7 Prozent; Juni: 7 Prozent). Dennoch gingen 67 Prozent davon aus, dass die große Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode bestehen wird (nicht bestehen: 29 Prozent; weiß nicht: 5 Prozent).

Bei der Beliebtheit der wichtigsten Politiker folgten auf Merkel der SPD-Vorsitzende Kurt Beck mit 1,2 (Juni: 1,5) und der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ebenfalls mit 1,2. Auf Platz vier landete Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit etwas verschlechterten 1,1 (Juni: 1,3), gefolgt von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), der sich mit nur noch 0,8 (Juni: 1,2) deutlich verschlechtert hat.

Familienministerin Ursula von der Leyen gewann mit 0,7 ganz leicht und rückt zwei Plätze vor (Juni: 0,6). Auf Platz sieben folgte Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) mit nur noch 0,5 (Juni: 0,8) vor FDP-Chef Guido Westerwelle, der sich geringfügig auf 0,1 verbesserte (Juni: 0,0). Im Negativbereich landete Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) mit minus 0,9 knapp vor CSU-Chef Edmund Stoiber mit minus 1,0 (Juni: minus 0,8).

Gesundheit: Nur 17 Prozent finden Steuererhöhung richtig

Die von der Bundesregierung beschlossene Erhöhung der Beiträge zur Krankenversicherung bezeichneten lediglich 17 Prozent als richtig. 81 Prozent sagten, dies sei der falsche Weg. Allerdings fänden es auch nur 21 Prozent besser, wenn statt dessen die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung gekürzt worden wären (nicht besser: 75 Prozent). Lediglich 25 Prozent befürworteten es, die Defizite der Krankenversicherung durch eine allgemeine Steuererhöhung auszugleichen (nicht besser: 70 Prozent).

Beim Thema Integration sahen die meisten Befragten vor allem Defizite bei den Bemühungen der Ausländer. 70 Prozent sagten, die Zuwanderer machten nicht genug für ihre Integration, 18 Prozent äußerten die gegenteilige Auffassung. (tso/AFP)

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