Politik : Merkel überholt Schröder in der Kanzlerfrage

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Berlin Kurz vor der Entscheidung über die Besetzung des Kanzleramts spricht sich eine knappe Mehrheit der Deutschen dafür aus, dass CDU-Chefin Angela Merkel das höchste Regierungsamt übernimmt. Nach dem Politbarometer im Auftrag von ZDF und Tagesspiegel wollen 47 Prozent Merkel als Kanzlerin, für Gerhard Schröder sprechen sich 42 Prozent aus. Allerdings sind auch 56 Prozent der Befragten grundsätzlich dafür, dass weder Merkel noch Schröder ins Kanzleramt einziehen, sondern ein anderer Politiker. Freilich können 25 Prozent dafür keinen Namen nennen. Am häufigsten genannt wird Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU, 13 Prozent). Ansonsten fällt den Befragten noch CDU-Finanzpolitiker Friedrich Merz ein (vier Prozent), SPD-Chef Franz Müntefering und CSU-Chef Edmund Stoiber liegen mit jeweils drei Prozent ebenfalls noch im Rennen.

Die dreiwöchige Sondierungsphase hat offenbar den Wunsch nach einer großen Koalition gestärkt: Während in der Woche nach der Bundestagswahl nur 38 Prozent das Bündnis von Union und SPD wünschten, sind es jetzt 54 Prozent.

Merz wird am häufigsten genannt, wenn es um künftige Minister in der großen Koalition geht – ein Drittel der Befragten würde ihn gern in einem Kabinett sehen. Die Bandbreite der Wünsche ist bemerkenswert: Nach Merz, Merkel, Schröder, Wulff, Stoiber und Müntefering nennen jeweils fünf Prozent Horst Seehofer (CSU), Peer Steinbrück (SPD), Roland Koch (CDU), Wolfgang Clement (SPD) und Otto Schily (SPD). Immerhin 15 Prozent der Befragten plädieren auch für den Grünen Joschka Fischer als Minister in einem schwarz-roten Kabinett, und neun Prozent fänden es schön, wenn FDP-Chef Guido Westerwelle in einer großen Koalition mitmachen würde.

Neuwahlen wünschen sich derzeit nur noch 29 Prozent der Befragten. Wäre am nächsten Sonntag aber schon wieder Wahl, dann würde sich der Streit ums Kanzleramt nach den Zahlen des Politbarometers einfacher gestalten: Die Union liegt mit 39 zu 34 Prozent nämlich deutlich vor den Sozialdemokraten. Die Linkspartei käme auf neun Prozent, FDP und Grüne würden jeweils sieben Prozent erreichen. Tsp

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