Messer-Attacke in Hamburg : Bundesanwalt übernimmt Ermittlungen

Die Bundesanwaltschaft hat aufgrund der "besonderen Bedeutung des Falles" die Ermittlungen gegen den Attentäter von Barmbek übernommen. Ein radikal-islamischer Hintergrund liege nahe.

Neben Blumen und Kerzen haben Hamburger ein Schild mit "Flüchtlinge Willkommen, Barmbek ist bunt" am Ort des Angriffs abgelegt.
Neben Blumen und Kerzen haben Hamburger ein Schild mit "Flüchtlinge Willkommen, Barmbek ist bunt" am Ort des Angriffs abgelegt.Foto: Bodo Marks/ AFP

Generalbundesanwalt Peter Frank hat die Ermittlungen wegen des Messerattentats in einem Hamburger Edeka-Markt übernommen. Das teilte die Behörde am Montag mit. Es liege "ein radikal-islamistischer Hintergrund der Tat nahe", hieß es zur Begründung. Der 26-jährige Ahmad A. habe selbst angegeben, dass "er sich seit geraumer Zeit mit radikal-islamistischen Themen beschäftigt". Nach seiner Aussage habe er sich zu dem Attentat entschlossen, um als Märtyrer zu sterben. Dem Beschuldigten werden Mord, Mordversuch und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.

Wie die Bundesanwaltschaft weiter mitteilte, liegen bisher keine Erkenntnisse vor, dass der Beschuldigte dem sogenannten Islamischen Staat angehört oder Kontakt zu dessen Mitgliedern hat. Es gebe bislang auch keine Hinweise auf unbekannte Tatbeteiligte oder Hintermänner. Ahmad A. habe sich offenbar selbst radikalisiert.

Bei dem Anschlag vom vergangenen Freitag hatte der Beschuldigte ein Kochmesser aus dem Sortiment des Supermarktes genommen und damit einen Kunden erstochen, einen weiteren verletzte er lebensbedrohlich. Auf der Straße außerhalb des Edeka-Marktes stach er auf drei weitere Personen ein. Ahmad A. wurde schließlich von Passanten gestellt und festgehalten. (Reuters)

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