Politik : Mikrozensus zur Gleichberechtigung: Teilzeit, die Frauendomäne

Claudia von Salzen

Die typische Führungskraft in Deutschland ist über 45 Jahre alt und ein Mann. Nicht einmal jede dritte leitende Position in Wirtschaft und Verwaltung wird von einer Frau besetzt - der Mikrozensus 2000 des Statistischen Bundesamtes belegt den Stand der Gleichstellung in Deutschland. Während die Aufstiegschancen in eine Führungsposition für Männer mit zunehmendem Alter wachsen, verzeichnen die Statistiker bei den Frauen einen deutlichen Karriereknick. Die meisten weiblichen Führungskräfte kommen aus der Gruppe der 30- bis 45-Jährigen. Nur den jungen Frauen ist es bisher gelungen, den Vorsprung ihrer männlichen Kollegen aufzuholen: sieben Prozent der Frauen unter 30 arbeiten in einer Führungsposition - höher ist der Anteil auch bei den gleichaltrigen Männern nicht.

Eine Frauendomäne ist hingegen weiterhin die Teilzeitarbeit. Dabei zeigt sich ein deutlicher Ost-West-Unterschied. Im Westen arbeiteten im vergangenen Jahr 42 Prozent der erwerbstätigen Frauen Teilzeit, vor allem wegen familiärer Verpflichtungen. Im Osten waren nur 23 Prozent der erwerbstätigen Frauen in Teilzeit beschäftigt. Grund sind die besseren Kinderbetreuungs-Möglichkeiten. Die meisten ostdeutschen Frauen nahmen nur deshalb eine Teilzeitbeschäftigung an, weil sie keinen Vollzeitarbeitsplatz finden konnten. Insgesamt ist die Zahl der erwerbstätigen Frauen im Vergleich zu 1991 aber leicht angestiegen - im vergangenen Jahr waren 58 Prozent berufstätig. Bei den Männern ging der Anteil der Erwerbstätigen von 78 auf unter 73 Prozent deutlich zurück, ein Zeichen für den angespannten Arbeitsmarkt. Im europäischen Vergleich liegt die deutsche Erwerbstätigenquote mit 65 Prozent leicht über dem Durchschnitt - dank der Frauen.

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