Politik : Millenniumsgipfel: "Lasst uns die Menschen nicht enttäuschen" - UN-Generalsekretär eröffnet Gipfel: Welt vor Not und Elend bewahren

06.09.2000 00:00 Uhr

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat zu Beginn des Millenniumsgipfels der Vereinten Nationen (UNO) die rund 160 teilnehmenden Staats- und Regierungschefs aufgefordert, die Menschheit vor Not und Elend zu bewahren. Die Menschen auf der Welt erwarteten, dass sie vor den großen Gefahren wie Armut, Krieg, Umweltzerstörung und Aids geschützt würden, sagte Annan am Mittwoch. "Lasst uns sie nicht enttäuschen", rief er den Königen, Staatspräsidenten und Regierungschefs aus fast allen Ländern zu Beginn der dreitägigen Konferenz in New York zu. Der Gipfel, eines der größten Politikertreffen in der Geschichte, soll die Rolle der UN im 21. Jahrhundert festlegen und konkrete Ziele im Kampf gegen Armut, Krankheit und Analphabetentum formulieren.

Annan sagte, keine Mutter auf der Welt könne verstehen, warum ihr Kind an Unterernährung oder einer verhütbaren Krankheit sterben sollte. Und niemand könne verstehen, warum Menschen "aus ihren Häusern getrieben oder eingesperrt und gefoltert würden, nur weil sie ihre Ansichten äußern". Annan forderte die Teilnehmer auf, Prioritäten zu setzen und im Rahmen der 55 Jahre alten Vereinten Nationen zu tun, was die Völker im 21. Jahrhundert von ihnen erwarteten.

Auf der Tagesordnung des Gipfeltreffens standen zunächst unter anderem kurze Reden von US-Präsident Bill Clinton, des russischen Präsidenten Wladimir Putin, des chinesischen Präsidenten Jiang Zemin und von Bundeskanzler Gerhard Schröder. Auch der kubanische Präsident Fidel Castro kam nach New York. Am Freitag soll zum Abschluss des Gipfels eine Erklärung zur Stärkung der UN-Friedenseinsätze, zum Kampf gegen Hunger, Krankheit und Analphabetentum sowie zur Globalisierung unterzeichnet werden. Am Rande des Treffens sind zahlreiche Gespräche und Mini-Gipfel geplant, so auch zum Nahost-Friedensprozess. Clinton will erstmals seit dem gescheiterten Nahost-Gipfel von Camp David im Juli wieder mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak und Palästinenser-Präsident Jassir Arafat über die Jerusalem-Frage sprechen.

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