Molenbeek in Belgien : "Der Hass hat hier leichtes Spiel"

Nach den Anschlägen in Paris führt die Spur ins Brüsseler Viertel Molenbeek. Wieder einmal. Anwohner fürchten sich, Lokalpolitiker fluchen. Lesen Sie hier einen Auszug des Artikels und den ganzen Text im digitalen Kiosk Blendle.

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Räumpanzer in Molenbeek. Foto: Reuters
Räumpanzer in Molenbeek.Foto: Reuters

Die erste Spur waren Parktickets. Gefunden in dem schwarzen Polo, der Freitagnacht vor der Pariser Konzerthalle Bataclan gesehen wurde. 80 Menschen starben hier. Gelöst worden waren die Tickets im Brüsseler Stadtviertel Molenbeek. Ausgerechnet.

Montagvormittag, Tag drei nach der Horrornacht von Paris, rücken in Molenbeek Spezialkräfte an. Die Rue Delaunoy ist abgesperrt, ein Räumpanzer steht bereit. Auf den Dächern mehrerer grauer Häuser klettern Männer, schwarz maskiert, mit dicken Schutzwesten und allerlei Gerät behangen. Scharfschützen halten ihre Waffen im Anschlag. Sie sind Mitglieder einer belgischen Antiterroreinheit. Und sie wollen in die Wohnung im obersten Stock des Hauses mit der Nummer 47.

Molenbeek liegt östlich des Zentrums und unweit des sogenannten Europäischen Viertels mit seinen vielen Verwaltungsgebäuden. 92.000 Menschen leben hier, viele stammen aus marokkanischen Einwandererfamilien. Die Gegend hat schon lange einen miesen Ruf. Im Internet verknüpfen Suchmaschinen den Ortsnamen mit den Wörtern Drogen, Kriminalität, Terror und Islamismus. Seit dem Wochenende hat sich dieser Ruf noch einmal drastisch verschlechtert. Mehrere Pariser Attentäter sollen aus Molenbeek stammen. Belgiens Innenminister Jan Jambon hat schon reagiert und angekündigt: „Ich werde Molenbeek bereinigen. Wir können nicht lange warten, wir müssen die Wurzeln ziehen.“ Aber wie?

Mindestens einer der jungen Männer soll regelmäßig in der örtlichen Al-Khalil-Moschee gebetet haben. Sie ist eine der größten des Landes und liegt ebenfalls in der Rue Delaunoy. Seit Jahren berichten Medien, hier kämen radikale Islamisten zusammen.

"Ich will doch nur beten", sagt der Rentner

Hinter den Absperrungen stützt sich ein Rentner auf seinen Gehstock. Auf Arabisch fragt er einen Polizisten, ob er bald wieder in seine Moschee dürfe. Der Sicherheitsbeamte zuckt mit den Schultern. Als es zu regnen beginnt, setzt sich der alte Herr in einem nahen Ramschladen auf einen Plastikstuhl. Er sagt: „Ich will doch nur beten und etwas im Koran lesen.“ Ob er denn wisse, dass die Moschee im Fokus der Ermittlungen stehe? Ein Sammelort für Dschihadisten sei?

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