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Nach Darm-OP auf der Intensivstation : Altkanzler Helmut Kohl geht es "den Umständen entsprechend gut"

Nach einer Operation befindet sich Altbundeskanzler Helmut Kohl seit drei Wochen auf der Intensivstation des Heidelberger Universitätsklinikums. Sein Büro erklärte, es gehe ihm den Umständen entsprechend gut.

Seit mehreren Jahren ist Altkanzler Helmut Kohl immer wieder in medizinischer Behandlung. Nun liegt er offfenbar auf der Intensivstation.
Seit mehreren Jahren ist Altkanzler Helmut Kohl immer wieder in medizinischer Behandlung. Nun liegt er offfenbar auf der...Foto: dpa

Altbundeskanzler Helmut Kohl liegt nach einer Darm-Operation auf der Intensivstation der Chirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg. Nach mehreren Medienberichten darüber erklärte sein Berliner Büro am Dienstag: „Es ist richtig, dass Herr Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl Anfang Mai eine Hüftoperation hatte, die er sehr gut überstanden hat. Im Anschluss hat sich die Notwendigkeit eines weiteren Eingriffs ergeben, der den Klinikaufenthalt entsprechend verlängert hat. Den Umständen entsprechend geht es Dr. Helmut Kohl gut. Er wird im Anschluss wegen der neuen Hüfte in eine Reha gehen, die er zugleich mit Urlaub verbinden wird.“

Zuerst hatte die Illustrierte „Bunte“ darüber berichtet. Bereits seit drei Wochen sei er schon dort, sein Zustand sei kritisch, meldet wiederum "Spiegel Online". Beide Medien beriefen sich auf Informationen aus Kohls engsten Umfeld. Nach dem Eingriff soll Kohl längere Zeit ohne Bewusstsein gewesen sein.
Helmut Kohl wurde bereits Anfang Mai in der Orthopädie des Klinikums in Heidelberg ein neues Hüftgelenk eingesetzt. Die „Bild“-Zeitung berichtete danach, die Operation sei gut verlaufen, die Mediziner seien zufrieden, der Altkanzler sei es auch und wolle vor allem eines: „So schnell wie möglich wieder nach Hause.“

Schwerer Sturz

ei einem schweren Sturz nach einer Knie-Operation 2008 hatte Kohl ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Seither ist er auf den Rollstuhl angewiesen und kann nur schwer sprechen. Bei seinen seltenen öffentlichen Auftritten danach war er schwer zu verstehen - wie zuletzt im November, als er in Frankfurt am Main mit Hilfe seiner Frau Maike Kohl-Richter sein Buch „Aus Sorge um Europa“ vorgestellt hat.
Seinen 85. Geburtstag am 3. April feierte Kohl in kleinem Kreis.
Bundespräsident Joachim Gauck hatte zu Kohls Geburtstag erklärt: „Von herausragender Bedeutung für mich, wie für die übergroße Mehrheit unserer Landsleute im Osten wie im Westen ist, dass Sie sich mit der Teilung unseres Landes nie abgefunden haben. Vielmehr haben Sie genau zur richtigen Zeit mit Entschlossenheit und Kraft darum gerungen, die Vereinigung Deutschlands ins Werk zu setzen.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel, dessen Verhältnis zu Kohl wegen der CDU-Spendenaffäre als zerrüttet gilt, bescheinigte ihm Anfang April in ihrer Geburtstagsbotschaft, er habe es geschafft, „das politische Kunststück einer Wiedervereinigung“ im Einklang mit allen Nachbarn und den ehemaligen Alliierten zu vollbringen. „Gelungen ist ihm das, weil er wie kein Zweiter über Jahre hinweg Vertrauen aufgebaut hatte, von Washington über Paris, London und Brüssel bis nach Moskau. Dieser Kanzler des Vertrauens war für uns Deutsche ein Segen.“ (Tsp/dpa)

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