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Nach Newtown, Winnenden und Erfurt : Wie Deutschlands Schulen vor Amokläufen zu schützen sind

18.12.2012 10:44 Uhrvon
Fassungslosigkeit und Trauer. In Newtown gedenken die Menschen der Opfer des Amoklaufs.Bild vergrößern
Fassungslosigkeit und Trauer. In Newtown gedenken die Menschen der Opfer des Amoklaufs. - Foto: dpa

Auch Deutschland kennt den Schrecken von Amokläufen an Schulen. Immer wurden danach die Rufe nach mehr Sicherheit laut. Wie sind die Einrichtungen heute auf solche Taten vorbereitet?

Nach dem Amoklauf in Newtown wird auch in Deutschland wieder darüber diskutiert, wie Gewalttaten in Schulen verhindert werden können. Nach dem Amoklauf von Erfurt im Jahr 2002 mit 17 Toten entwickelten Experten der Länderpolizeien gemeinsam mit Lehrern und Rettungsdiensten Konzepte, um Amoktätern wirkungsvoll begegnen zu können. Die Konzepte wurden allerdings in einigen Ländern nur zögerlich umgesetzt – Berlin führte beispielsweise erst 2008 Trainings für die Beamten des Streifendienstes ein.

Insgesamt sind nach Experteneinschätzungen nur rund 30 Prozent der Schulen ausreichend auf ein solches Schulattentat vorbereitet.

Was sehen die Konzepte konkret vor?

Wesentliches Merkmal der Konzepte ist die Prävention. Aus Forschungen der US-Behörden wurden so beispielsweise Täterprofile erstellt und den Lehrkräften Hinweise gegeben, auf welche Merkmale und Äußerungen sie bei ihren Schülern achten müssen. So waren viele Täter vor ihrer Tat extrem zurückgezogen – regelrecht isoliert – und äußerten Selbstmordgedanken oder hinterließen im Netz Hinweise auf ihre Gewaltfantasien. Mit erhöhter Sensibilität in solchen Fällen kann frühzeitiger auf Jugendliche zugegangen und eine Tat möglicherweise noch in der Planungsphase verhindert werden.

Außerdem wurden den Schulen zahlreiche bauliche Maßnahmen empfohlen, beispielsweise Änderungen an den Türen (Türklinken, die sich nur von innen öffnen lassen) und dem Inventar. Vergleichbar einem Feueralarm in der Schule wurden konkrete Verhaltensregeln erstellt: Die unverzügliche Alarmierung aller Lehrkräfte über Lautsprecheranlagen mit vorab vereinbartem Stichwort. Im Fall des Amoklaufs von Winnenden warnte die von der Polizei entwickelte Lautsprecherdurchsage „Frau Koma kommt!“ die Lehrer vor dem Täter, viele Schüler konnten noch in Sicherheit gebracht werden.

Im Fall eines Amoklaufs sollen sich Lehrer mit ihren Schüler unverzüglich in den Klassenräumen einschließen und auf die Polizei warten. Ebenfalls sollen die Lehrer Schüler, die sich auf den Gängen aufhalten, sofort in die nächstgelegenen Räume bringen. Es soll dem Täter so erschwert werden, Opfer zu finden.

Bei der Polizei werden zudem auch „normale Streifenbeamte“ für Amokeinsätze geschult, denn es soll bei einem solchen Einsatz nicht mehr auf Spezialeinheiten gewartet und so wertvolle Zeit vergeudet werden müssen. Die ersten eintreffenden Beamten sollen in der Lage sein, den Täter zu stellen und am weiteren Töten zu hindern.

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