Nach Streit um Dalai Lama : Friedenskonferenz in Südafrika abgesagt

Ohne Dalai Lama keine Friedenskonferenz: Nach der umstrittenen Entscheidung der südafrikanischen Regierung, dem Dalai Lama die Einreise zu einer Friedenskonferenz zu verweigern, haben die Organisatoren am Dienstag die ganze Veranstaltung abgesagt.

JohannesburgDie ursprünglich für diesen Freitag angesetzte Konferenz sollte im Gastland der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 die einigende Kraft des Sports bei der Überwindung von Ausländerfeindlichkeit und Rassismus demonstrieren.

Der Enkel von Südafrikas Ex-Präsident Nelson Mandela, Mandla Mandela, erklärte als Mitglied des Organisationsausschusses: "Die Verweigerung eines Visums für den Dalai Lama durch die Regierung befleckt wirklich unsere Demokratie-Bemühungen." Die Regierung hatte das Einreisevisum mit der Begründung verweigert, dass eine Teilnahme des im Exil lebenden geistlichen Oberhaupts der Tibeter nicht im Interesse des Kap-Staates sei. Sein Besuch lenke nur vom Weltinteresse an Südafrikas WM-Vorbereitungen ab.

Ein Mitarbeiter der chinesischen Botschaft in Südafrika hatte zuvor erklärt, seine Regierung habe die Südafrikaner vor einer Belastung der bilateralen Beziehungen durch einen Besuch des Dalai Lama gewarnt. Der Kap-Staat stellt knapp 21 Prozent des chinesischen Handels auf dem Kontinent. (jam/dpa)

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