• Nach Waffenfund vor Frankfurter Radrennen: Staatsanwaltschaft klagt mutmaßlichen Islamisten an

Nach Waffenfund vor Frankfurter Radrennen : Staatsanwaltschaft klagt mutmaßlichen Islamisten an

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen eine mutmaßlichen Islamisten aus Oberursel erhoben. Die Ermittler gehen davon aus, dass er einen Anschlag verüben wollte. Der Verdacht, dass er das Frankfurter Radrennen zum Ziel hatte, bestätigte sich nicht.

Sprengstoffexperten sicherten Ende April vor der Wohnung des Terrorverdächtigen Spuren. Am Mittwoch hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Islamisten erhoben.
Sprengstoffexperten sicherten Ende April vor der Wohnung des Terrorverdächtigen Spuren. Am Mittwoch hat die Staatsanwaltschaft...Foto: dpa

Ein halbes Jahr nach der Festnahme eines mutmaßlich islamistischen Ehepaars in Oberursel bei Frankfurt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Mann erhoben. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 35-Jährige aus dschihadistischen Motiven fest entschlossen war, einen Anschlag bei einer Großveranstaltung zu verüben. Als Dschihadisten werden sogenannte Gotteskrieger bezeichnet wie beispielsweise die Terroristen des Islamischen Staats (IS). Der Verdacht, dass der Mann dafür das Radrennen rund um Frankfurt am 1. Mai im Blick hatte, konnte aber nicht bestätigt werden, wie die Ermittlungsbehörde am Mittwoch in Frankfurt mitteilten.

Dem Deutschtürken wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Verstoß gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz sowie Urkundenfälschung vorgeworfen. Er soll seit längerem Kontakte in die radikal-islamistische Szene pflegen. Gegen die Frau des Beschuldigten wurden die Ermittlungen eingestellt. Ihr habe eine Beteiligung nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden können.


Das Ehepaar war Ende April festgenommen worden. Das traditionelle Radrennen wurde wegen der Terrorgefahr vorsorglich wenige Stunden vor dem Start abgesagt. Der Beschuldigte sitzt seither in U-Haft, seine Frau ist seit Anfang Juli wieder auf freiem Fuß. Bei einer Verurteilung drohen dem Mann bis zu zehn Jahre Haft. (dpa)


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