Politik : Nahost: Blutige Tradition. Hunderte Opfer bei Selbstmordattentaten

Selbstmordattentate haben einen historischen Hintergrund, der fast 2000 Jahre zurückreicht. Schon im ersten Jahrhundert nach Christus kämpfte die jüdische Sikarier-Sekte mit Messer-Attentaten gegen Vertreter und Unterstützer der römischen Besatzung im heiligen Land. Nicht selten war ihnen dabei der sofortige standrechtliche Tod sicher.

Im Nahen Osten ging 1983 in Beirut die radikal-islamische Hisbollah mit Selbstmordattentaten vor: Im April des Jahres zunächst gegen die US-Botschaft, dann im Oktober mit einem Doppel-Anschlag auf Gebäude der amerikanischen und französischen Streitkräfte. Mehr als 300 Soldaten starben gemeinsam mit den Attentätern. Die Palästinenserbewegung Hamas setzte zum ersten Mal 1993 Suizidanschläge gegen israelische Zivilisten ein. Bei insgesamt mehr als 30 Selbstmordattentaten der Hamas und der Palästinensergruppe Islamischer Dschihad wurden seitdem über 140 Menschen getötet.

Die mit Selbstmordattentaten bei weitem aktivste Gruppe sind die Befreiungstiger von Tamil Eelam in Sri Lanka, die allein zwischen 1987 und Ende der 90er Jahre fast 170 Anschläge verübten. Auch die Mitglieder der kurdischen Arbeiterpartei PKK töteten zwischen 1996 und 1999 bei 15 Selbstmordattentaten 19 Menschen, 138 wurden verletzt.

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