Politik : Nahost: Ehre dem Neffen

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Angefangen hatte die Kontroverse um die Moschee mit dem Abriss einer Schule auf dem Vorplatz der Verkündigungskirche im Oktober 1995. Das Ortsparlament, damals noch mehrheitlich christlich-kommunistisch wie auch der Bürgermeister, beschließt die Errichtung eines öffentlichen Parks auf einem Großteil des Geländes. Außerdem sollte das dortige muslimische Grabmal restauriert werden. Daraufhin behauptete die militante "Islamische Bewegung" unter Hinweis auf die deutliche Mehrheit der Muslime in der örtlichen Bevölkerung, das Grabmal sei eine zerstörte Moschee, die wiederaufgebaut werden müsse. Ein Protestzelt wurde auf dem Gelände errichtet, Schihab A-Din - lediglich ein Neffe des arabischen Feldherrn Salah A-Din (Saladin der Große) - zum Heiligen stilisiert. Islamisten und Stadtverwaltung gehen vor Gericht. Bei den Kommunalwahlen Ende 1998 prallen die Stimmen der Muslime und der Christen aufeinander: Der Bürgermeister bleibt im Amt, verliert jedoch die Mehrheit im Ortsparlament an die Muslime. Unruhen folgten, bis die Führung der arabischen Minderheit in Israel mit einem Kompromiss eingreift, der den Bau einer Moschee vorsieht.

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