Politik : Nahost-Konflikt: Granatenangriff auf jüdische Siedlung im Gazastreifen

Beim Granaten-Beschuss einer jüdischen Siedlung im Gazastreifen sind am Dienstag eine Frau und ein Säugling verletzt worden. Auf die Siedlung Azmona im Süden des Gazastreifens seien drei Granaten abgefeuert worden, teilten Soldaten und die Siedler mit. Der israelische Militärrundfunk warnte die Siedler in den umliegenden Gebieten daraufhin vor weiteren Angriffen. In der Nacht zum Dienstag zerstörte die israelische Armee einen Posten der Leibgarde von Palästinenserpräsident Jassir Arafat im Gazastreifen. Nach palästinensischen Angaben machten etwa hundert Soldaten den Posten in der Region um Chan Junes dem Erdboden gleich. Angesichts der gespannten Lage in der Krisenregion rief US-Außenminister Colin Powell erneut dazu auf, die Gewalt einzudämmen.

Nach palästinensischen Angaben ging die Armee mit vier Panzern und zwei Bulldozern gegen den Posten von Arafats Leibgarde vor. Dabei sei es zu einem Schusswechsel gekommen. Zu möglichen Verletzten gab es zunächst keine Angaben. Ein Sprecher der israelischen Armee betonte, die Gebäude hätten leergestanden und Scharfschützen als Unterschlupf gedient. In der Nähe von Rafah im Gazastreifen wurden am Morgen nach israelischen Armeeangaben zwei Granaten auf einen Armeeposten abgefeuert. Es habe keine Verletzten gegeben. Bei einem anderen Zwischenfall am Montagabend war jedoch ein israelischer Soldat von Heckenschützen erschossen worden.

Nach palästinensischen Angaben äußerte sich Powell in einem Telefonat mit Arafat besorgt über die jüngste Eskalation. Zuvor hatte der US-Chefdiplomat die Lage im Nahen Osten mit dem israelischen Regierungschef Ariel Scharon erörtert. In Kairo demonstrierten am Dienstag etwa 3000 Studenten gegen die israelische Regierung. Nach Polizeiangaben versammelten sich die Demonstranten am zweiten Tag in Folge auf dem Universitätsgelände und skandierten anti-israelische Parolen.

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