Politik : Nahost-Krise: Israelische Armee rückt zum dritten Mal in Gaza-Streifen ein

Zum dritten Mal innerhalb einer Woche ist die israelische Armee am Samstag in autonomes palästinensisches Gebiet im Gazastreifen eingerückt. Nach palästinensischen Angaben rückten Truppen am Vormittag auf ein von den Palästinensern kontrolliertes Gebiet bei Rafah im Süden des Streifens vor. Eine israelische Militärsprecherin teilte mit, dabei sei ein palästinensischer Polizeiposten zerstört worden, von dem aus israelische Truppen beschossen worden seien. Es habe sich um ein gezieltes Vorgehen gehandelt, um den Beschuss zu stoppen, der auf patrouillierende israelische Soldaten aus dem Polizei-Posten heraus abgegeben worden sei. Die Aktion habe etwa eineinhalb Stunden gedauert, hieß es in Gaza.

Ein Sprecher der palästinensischen Sicherheitskräfte teilte mit, bei dem Vorstoß östlich vom Flughafen Gaza hätten die israelischen Truppen drei Panzer und zwei Bulldozer eingesetzt. Die Operation sei von heftigem Feuer der israelischen Soldaten begleitet gewesen. Die Palästinenser-Polizei habe zurück geschossen, um die Zerstörung des Postens zu verhindern, aber der Widerstand sei vergeblich gewesen.

Israel hatte am Montagabend ein etwa zwei Quadratkilometer großes Gelände im autonomen Teil des Gazastreifens besetzt und den gesamten Streifen durch Absperrungen praktisch in drei Teile geteilt. Die Sperren waren am Freitag wieder gelockert worden. Führende palästinensische Politiker bezeichneten inzwischen die Erklärung Israels, man habe die Blockade des Gazastreifens aufgehoben, als "Augenwischerei". Nach wie vor könnten Palästinenser sich nicht frei in dem Gebiet bewegen.

Arafat ließ nach palästinensischen Angaben drei Gruppen von mutmaßlichen Aktivisten der radikal-islamischen Hamas-Organisation festnehmen. Sie sollen in den vergangenen Wochen Mörsergranaten auf israelische Ziele im Gazastreifen und auf israelischem Gebiet abgefeuert haben. Der Palästinenserpräsident hatte Mitte der Woche angeordnet, die Angriffe auf Israel und israelische Einrichtungen im Gazastreifen zu stoppen. Wie der israelische Rundfunk am Samstag berichtete, verlangte die Hamas- Führung die Freilassung ihrer Aktivisten.

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