Nahost-Reise : Bush düpiert Araber

Eine Rede von US-Präsident Bush zum Abschluss seiner Nahost-Reise hat bei arabischen Staatschefs für Aufregung gesorgt. Die Art, wie Bush sie behandelt habe, sei eine "Unverschämtheit". Die Araber sind nicht die einzigen, die derzeit nicht gut auf Bush zu sprechen sind.

Scharm el Scheich US-Präsident George W. Bush hat auf der letzten Station seiner Nahostreise gleich mehrere arabische Staatschefs brüskiert. Arabische Politiker im Publikum sprachen nach seiner Rede vor der Regionalkonferenz des Weltwirtschaftsforums WEF von einer "Unverschämtheit". Bush hatte politische Reformen auch in Ägypten angemahnt und als Vorbilder für die Staaten der Region Afghanistan, den Irak und die Türkei genannt.

Die Türkei sei eine "wohlhabende Nation mit einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit und einer modernen Demokratie", sagte Bush. Er forderte von den arabischen Staatschefs außerdem eine klare Haltung gegen das iranische Nuklearprogramm. "Wir würden die kommende Generation verraten, wenn wir erlauben würden, dass der weltweit größte Unterstützer des Terrorismus die tödlichste Waffe der Welt in die Hand bekommt", sagte Bush. Arabische Diplomaten kritisierten, Bush habe sich in seiner Rede vor dem israelischen Parlament vergangene Woche im Nahostkonflikt ganz klar auf die Seite Israels gestellt. Bush beharrte vor dem WEF aber darauf, "dass ich immer noch daran glaube, dass in diesem Jahr ein Friedensvertrag unterzeichnet wird".

Israel kurz vor Militäraktion in Gaza

Konkrete Fortschritte im Friedensprozess erreichte Bush auf seiner Reise aber nicht. Im Gegenteil

kündigte Israel eine baldige Aktion im Gazastreifen an.

Ministerpräsident Ehud Olmert kündigte auf der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem eine baldige Entscheidung über ein weiteres Vorgehen im Gazastreifen an, von wo militante Palästinenser häufig Raketen auf Israel abschießen. "Wir sind überzeugt, dass wir unter keinen Umständen erlauben können, dass es wie in den vergangenen Monaten weitergeht", sagte Olmert.



Palästinenser- Präsident Mahmud Abbas erklärte, Bushs Knessetauftritt am Donnerstag habe sein Volk "wütend" gemacht. Zudem nehmen die Palästinenser dem US-Präsidenten übel, dass er ihre Gebiete nicht besucht hat.

Bushs Berater Stephen Hadley räumte ein, dass auch nach dessen Gesprächen mit Israels Regierungschef Ehud Olmert und Palästinenserpräsident Abbas keine konkreten Forschritte erzielt worden seien. Dennoch gibt er sich optimistisch. "Ich glaube, dass wir in den kommenden fünf Monaten bedeutende Forschritte sehen werden", sagte Hadley.

(sf/dpa/AFP)

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