Politik : Nato-Planung für Afghanistan verzögert sich

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Brüssel - Entgegen der ursprünglichen Absicht können die Nato-Verteidigungsminister noch kein neues Einsatzkonzept für Afghanistan beschließen. Es werde nur „erste Beratungen für den Zeitraum nach Ende 2014 geben“, sagte der deutsche Minister Thomas de Maizière am Donnerstag zum Auftakt des zweitägigen Treffens in Brüssel, da seien keine Entscheidungen zu erwarten. Auch Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen teilte mit, über den Umfang der neuen Mission nach Abzug der Kampftruppen könne erst in den nächsten Monaten entscheiden werden: „Wir befinden uns im Planungsprozess.“

Die Erwartungshaltung im Nato-Hauptquartier war eine andere gewesen. Vor allem vom zahlenmäßigen Engagement der Nato-Führungsmacht USA hängen jedoch alle weiteren Planungen unmittelbar ab – und die hat sich noch nicht festgelegt. De Maizière sagte, dass „aus rein fachlicher Sicht die Streitkräfte auf schnelle Entscheidungen dringen“, weil die Zeit bis zum Beginn der Nachfolgemission „kurz“ sei. Er stellte jedoch klar: „Die Politik hat Vorrang.“ Deswegen seien „die vorbereiteten ersten Operationspläne gestoppt“ worden: „Denn jetzt geht es erst einmal darum, dass man sich politisch über den Auftrag verständigt.“ Besonders in den USA jedoch ist man sich alles andere als einig.

Wie Nato-Diplomaten berichten, dringt das US-Militär auf bis zu 25 000 Nato-Soldaten, mindestens die Hälfte müssten die Amerikaner selbst stellen. Dies ist dem Weißen Haus aber offensichtlich zu viel. Die Militärs wiederum sehen die Gefahr, dass damit selbst die teilweise Stabilisierung des Landes gefährdet ist. Christopher Ziedler

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