Neonazi-Kundgebung : Rechtsextreme marschieren in Minden auf

Unter dem Motto "Gegen Repression und Polizeiwillkür" haben sich rund 50 Rechtsextreme vor dem Mindener Bahnhof versammelt. Ihnen stehen 100 bis 150 linke Demonstranten gegenüber.

Minden - Im nordrhein-westfälischen Minden hat sich am Sonntag eine Gruppe von Rechtsextremen zu einem Aufmarsch versammelt, darunter der bundesweit bekannte Neonazi-Anführer Christian Worch. Etwa 70 Menschen kamen vor dem Bahnhof zusammen und wurden dort zunächst von der Polizei überprüft, wie ein Sprecher der Mindener Polizei mitteilte. Rund 200 Meter davon entfernt protestierten demnach etwa 500 Gegendemonstranten, die den rechtsextremen Aufmarsch mit Rufen wie "Nazis raus" verhindern wollten. Außerdem fanden sich in der Stadt etwa 300 Bürger und Kirchenvertreter zusammen, um mit einer Lichterkette gegen die Rechtsextremen zu protestieren.

Die Polizei habe zwei Menschen festgenommen, als Steine auf die Neonazis geworfen wurden. Verletzt wurde niemand; die Ermittlungen gegen die Steinewerfer dauern an. Das Bundesverfassungsgericht hatte den Aufmarsch der Rechtsextremen kurz vor Heiligabend erlaubt. Die Richter der ersten Kammer des obersten Gerichtes gestatteten dem polizeibekannten Marcus W. den von ihm angemeldeten Aufzug. Doch darf die Demonstration im Bahnhofsbereich nun nicht ganztägig, sondern nur um den Mittag herum stattfinden. Die Demonstration der Rechtsextremen unter dem Motto "Gegen Repression und Polizeiwillkür" richtet sich gegen die angebliche Verhinderung von zwei früheren Aufmärschen in Minden durch die Polizei. Mitte September und Ende November hatten die Rechtsextremen dort demonstrieren wollen, doch konnte der Marschweg in beiden Fällen nicht abgelaufen werden.

Worch gilt als bundesweit bekannte Neonazi-Führungsfigur aus Hamburg, er ist bereits einschlägig vorbestraft. Verfassungsschützer sehen ihn als einen "Vordenker" und "strategischen Kopf" der Neonazi-Szene. Die Rechtsextremen waren laut Polizei eher in Schwarz gekleidet und trugen Transparente bei sich. Das Tragen von Springerstiefeln war verboten worden. (tso/AFP)

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