Politik : Nicht immer Freunde

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Manfred Stolpe, OstExperte der SPD im Wahlkampf und designierter Minister für Verkehr, Bauen und Aufbau Ost, pflegte zu seinem künftigen Kabinettschef Schröder ein eher unterkühltes Verhältnis. Als Ministerpräsident in Potsdam stänkerte Stolpe gegen die Bundespolitik und fing sich prompte Retourkutschen vom Kanzler. Als 1999 der Bundesrat das Sparpaket von Finanzminister Eichel genehmigen sollte, sah Stolpe „keine Chance, dass wir das unterstützen“, wenn nicht Bauern und Ost-Rentner weniger belastet würden. Schröders Antwort auf dem Bauerntag in Cottbus: „Wenn dieser Ministerpräsident Ihnen Versprechungen macht, irrt er.“ Nach den Landtagswahlen im selben Jahr, als die SPD in Brandenburg 15 Prozent an Stimmen verlor, folgerte Stolpe: „Die ostdeutsche Sozialdemokratie ist ein Opfer ihres solidarischen Verhaltens gegenüber der Bundesregierung.“ Erst seit gut einem Jahr hat sich das Verhältnis gebessert – wozu auf Seiten des Kanzlers wohl die Zustimmung Brandenburgs zu Steuerreform beigetragen hat. Andererseits sagt Stolpe (66) jetzt über Schröder (58): „Der Junge hat gelernt“. cir

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