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Niedergang der FDP : Versunken in der Bedeutungslosigkeit

19.09.2011 17:25 Uhrvon
Zum Wegschauen. Das schlechte Wahlergebnis in Berlin verschwindet nicht – auch nicht wenn man die Augen schließt. FDP-Chef Philipp Rösler muss jetzt für die Niederlage geradestehen.Bild vergrößern
Zum Wegschauen. Das schlechte Wahlergebnis in Berlin verschwindet nicht – auch nicht wenn man die Augen schließt. FDP-Chef Philipp Rösler muss jetzt für die Niederlage... - Foto: dpa

Philipp Rösler sollte für den Neuanfang der FDP stehen. Doch die Liberalen taumeln von einer Katastrophe zur nächsten. Und keiner hat eine Idee, wie dieser Absturz aufzuhalten ist.

Es ist Donnerstag, und die FDP in Berlin hat noch keine Ahnung, wie tief sie drei Tage später abgestürzt sein wird. Sie feiert an diesem Abend erst einmal das Ende des Wahlkampfes. Es wird reichlich Wein und Bier ausgeschenkt im Atrium der FDP-Zentrale in Berlin-Mitte. Nach dem langen Weg durch immer tiefere Täler fasst man jetzt wieder Mut. Der neue Anti-Euro-Kurs: klare Kante im Endspurt, das macht was her. Wird schon werden. Eine Gruppe junger Leute aus dem Landesverband setzt sich in Positur, um kräftig klatschen zu können. Man ist nicht unter sich. Kein Geringerer als der Parteivorsitzende ist gekommen.

Kamerateams an jeder Ecke. Auch der FDP-Vorsitzende spricht von einer Insolvenz der Griechen. Geordnet zwar, aber immerhin. Gleich wird er auf die Bühne gehen. Man erwartet Deftiges von ihm, die Fünf-Prozent-Hürde steht auf dem Spiel.

Philipp Rösler rutscht etwas unruhig auf seinem Stuhl in der ersten Reihe hin und her. Er ist erst vier Monate FDP-Chef, von den lokalen Parteigrößen, die um ihn herum sitzen, kennt er kaum jemanden. Er sieht ein wenig verloren aus. Wie einer, der ganz dringend auf ein Wunder hofft. Nervös zuppelt Rösler an seinem braunen Sakko herum. Erst raus das iPhone, dann wieder rein damit. Nochmal und nochmal. Vielleicht ruft ja einer an? Wichtiger Termin oder so. Unaufschiebbar, unvorhersehbar. Selbstverständlich müsste er sofort aufbrechen. Die Pflicht, Sie wissen ja, untröstlich, der Minister, der Vizekanzler. Noch ein paar Worte an die Wahlkämpfer? Natürlich gern, man ist ja schließlich Vorsitzender der FDP. Dann aber nüscht wie weg hier.

Doch es ruft niemand an. Nicht an diesem Donnerstagabend. Es ist wie verhext: Die FDP will und will einfach nicht aus dem Strudel der Katastrophen herausfinden. Immer tiefer sinkt sie im Ansehen der Bevölkerung, immer verächtlicher wird über sie gesprochen. Am Sonntag, bei der Abgeordnetenhauswahl in der Hauptstadt, ist sie schließlich richtig auf den Hund gekommen: 1,8 Prozent. Das ist Schützenvereinsniveau. Nicht mal der liberale Oberquerulant Wolfgang Kubicki aus Kiel weiß noch, was er dazu sagen soll. Nur zwei Adjektive presst er hervor: „unsouverän“ und „undurchdacht“.

Wie der Vorsitzende Philipp Rösler in der eigenen Partei bewertet wird, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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