Nigeria : Bombenanschlag auf Moschee in Kano - dutzende Tote befürchtet

Während der Freitagsgebete sind in einer Moschee in der nordnigerianischen Stadt Kano mehrere Bomben explodiert. Ziel des Anschlags war offenbar das religiöse Oberhaupt der Stadt, der zuvor die islamistische Terrorgruppe Boko Haram scharf kritisiert hatte.

Bei einem Sprengstoffanschlag auf die zentrale Moschee in der nordnigerianischen Stadt Kano sind am Freitag vermutlich Dutzende Menschen getötet worden. Beobachtern zufolge sollen kurz hintereinander drei Bomben explodiert sein, während sich die Muslime zu den Freitagsgebeten versammelten.

Die Moschee liege in der Nähe des Palastes des Emirs von Kano, Muhammad Sanusi, der sich jedoch derzeit außer Landes befinde, berichteten lokale Medien. Das religiöse Oberhaupt der Stadt soll aber offenbar Ziel des Anschlags gewesen sein, sagte ein Mitarbeiter des Emirs, der die islamistische Terrorgruppe Boko Haram kürzlich scharf attackiert hatte.

„Seit seiner Attacke auf die Boko Haram wussten wir, dass etwas passieren würde“, sagte der Mann, der anonym bleiben wollte, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Sicherheitsvorkehrungen sind schon seit einer Weile verschärft worden.“ Augenzeugen berichtete, nach den Explosionen auch Schüsse gehört zu haben. Viele der Opfer sollen erschossen worden sein. In der Moschee sei Panik ausgebrochen, hieß es.

Militärsprecher Ikechukwu Eze bestätigte das Attentat gegenüber der Zeitung „Premium Times“, wollte aber keine Opferzahl nennen. Der britische Sender BBC zitierte einen Augenzeugen, der 50 Leichen gezählt habe. Eine Bestätigung gab es aber nicht. Nur kurz zuvor war von einem Bombenanschlag im Nordosten des Landes mit 35 Toten berichtet worden.

Zunächst bekannte sich niemand zu den Taten, jedoch verübt die islamistische Terrorgruppe Boko Haram in der Region seit Jahren Anschläge. Ziel sind dabei nicht nur Christen sondern auch immer wieder moderate Muslime. Den blutigen Anschlägen der Extremisten sind in den vergangenen fünf Jahren bereits Tausende Menschen zum Opfer gefallen. Die Miliz will im Norden des bevölkerungsreichsten Nigerias einen Gottesstaat aufbauen. (dpa)

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