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Nigeria : Ein Deutscher getötet, ein weiterer entführt

Bei einem Überfall im Süden Nigerias sind ein Deutscher getötet und ein weiterer entführt worden. Das teilten die nigerianische Polizei und ein Unternehmen am Montag mit. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hält sich an diesem Montag zu politischen Gesprächen in der nigerianischen Hauptstadt Abuja auf.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (rechts, SPD) und der französische Außenminister Laurent Fabius mit Florence Ozor, Vertreterin der Initiative "Bring back our girls".
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (rechts, SPD) und der französische Außenminister Laurent Fabius mit Florence Ozor,...Foto: dpa

Nach Polizeiangaben vom Montag eröffneten die Angreifer am Freitagmorgen nahe der Stadt Sagamu im südwestlichen Staat Ogun das Feuer auf die zwei Fahrzeuge der Deutschen, töteten einen von ihnen und entführten einen weiteren. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, es sei mit dem Fall befasst. Eine Sprecherin des Bauunternehmens Julius Berger in Nigeria sagte, bei den Männern handele es sich um einen Mitarbeiter und einen Subunternehmer. Die beiden seien in getrennten Fahrzeugen ohne Leibwächter unterwegs gewesen.

Zu der Entführung bekannte sich zunächst niemand. Im Süden Nigerias sind Entführungen von Ausländern keine Seltenheit. Die Verschleppten kommen häufig gegen Lösegeldzahlungen wieder frei. Im Norden des Landes ist die Islamistengruppe Boko Haram aktiv, die in der Vergangenheit wiederholt Ausländer entführte, darunter im Januar 2012 einen deutschen Bauingenieur. Der Mann wurde Wochen später bei einer missglückten Befreiungsaktion getötet. Im Juli wurde ein Deutscher im nordöstlichen Staat Adamawa verschleppt, sein Schicksal ist unklar.

Das Unternehmen Julius Berger International beschäftigt nach eigenen Angaben 600 Mitarbeiter in Nigeria und ist im Hoch- und Tiefbau sowie bei Gas-, Öl- und Infrastrukturprojekten aktiv.

Die Terrorgruppe Boko Haram hat im Nordosten Nigerias bei mehreren Angriffen mindestens 17 Menschen getötet und 30 Jugendliche entführt. Die Extremisten hätten ungeachtet einer mit der Regierung vereinbarten Waffenruhe seit vergangenem Mittwoch Dörfer im Bundesstaat Borno angegriffen und geplündert, berichtete die Zeitung "Premium Times" am Montag.
"Wir haben Berichte über zahlreiche Angriffe nahe des Ortes Mafa erhalten, bei denen die Boko Haram junge Mädchen und Jungen verschleppt hat", zitierte die Zeitung einen Sicherheitsbeamten. Anschließend hätten die Extremisten unter anderem 300 Kühe und Lebensmittel gestohlen, sagten Anwohner.

Präsident Goodluck Jonathan hatte zuvor erklärt, mit der Gruppe am 17. Oktober eine Waffenruhe ausgehandelt zu haben. Bei den Gesprächen soll es vor allem um die Freilassung von mehr als 200 Schülerinnen gehen, die vor sechs Monaten aus einem Schlafsaal im Ort Chibok entführt worden waren. Trotz intensiver Suche auch mit internationaler Hilfe konnten die Mädchen bislang nicht befreit werden.

Bei Angriffen der Boko Haram sind allein in diesem Jahr über 3000 Menschen getötet worden. Die Islamisten wollen im Norden Nigerias einen Gottesstaat auf Grundlage der Scharia einrichten.

In der Nacht zum Montag sind Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein französischer Amtskollege Laurent Fabius einem Kurzbesuch in Nigeria eingetroffen. In der Hauptstadt Abuja wollen sie zahlreiche politische Gespräche führen. Themen sind die Sicherheitslage in der Region und die Ebola-Epidemie in Westafrika. Geplant sind unter anderem Treffen mit Nigerias Präsident Jonathan und Außenminister Aminu Wali. (AFP/dpa)

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