North Dakota : Indigene kritisieren Trumps Pipeline-Pläne

Während Obama das Projekt stoppte, will Trump es nun weiterführen. Indigene und Umweltschützer fürchten Wasserverunreinigungen und die Beeinträchtigung heiliger Stätten.

Gegner der Pipeline demonstrieren in Nord Dakota.
Gegner der Pipeline demonstrieren in Nord Dakota.Foto: Reuters

Indigene haben den geplanten Weiterbau einer umstrittenen Öl-Pipeline im US-Bundesstaat North Dakota heftig kritisiert. „Das Trinkwasser von Millionen Amerikanern ist jetzt gefährdet“, sagte der Chef des Stammes der Standing Rock Sioux, Dave Archambault II, in einer Stellungnahme. Die Menschen würden dafür kämpfen, ihr Wasser und ihre heiligen Stätten vor denjenigen zu schützen, die das Projekt zum Nutzen einiger weniger mit „Finanzverbindungen zur Trump-Regierung“ durchdrücken wollten, so der Stammeschef weiter.

Das US Army Corps of Engineers hatte zuvor mitgeteilt, die Entscheidung für die Fortsetzung der Bauarbeiten unter Präsident Donald Trump stehe unmittelbar bevor. Das fragliche Stück, dass an einem Reservat entlang führt, ist der letzte Abschnitt der rund 1900 Kilometer langen Pipeline. Umweltschützer und der Indianerstamm fürchten Wasserverunreinigungen und die Beeinträchtigung heiliger Stätten.

Trump hatte als Unternehmer in das Projekt investiert

Nach starken Protesten hatte der frühere US-Präsident Barack Obama das Vorhaben stoppen und eine alternative Route prüfen lassen. Trump hingegen hatte im Januar die Wiederaufnahme zweier Pipeline-Projekte per Dekret angekündigt. Die Pipeline soll Öl von den Tausenden Frackingbohrstellen North Dakotas in den Staat Illinois transportieren. Als Unternehmer hatte Trump kräftig in die Pipeline-Betreiberfirma ETP.N und eine Holding (Phillips 66) investiert. Aus Unterlagen des US Army Corps of Engineers, tätig im Bereich Bauingenieurswesen, ging am Dienstag hervor, dass für das fragliche Stück Pipeline nicht einmal mehr zugesagte Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgenommen werden sollen.

Juristisches Vorgehen angekündigt

Die Projektgegner wollen die Wiederaufnahme des Baus auch juristisch angreifen. Die politische Kehrtwende der Trump-Regierung sei ein weiteres gebrochenes Versprechen an die Indigenen. „Sie werden vor Gericht zur Rechenschaft gezogen“, sagte der Sioux-Anwalt Jan Hasselman.
Am 10. März soll zudem ein Protestmarsch in der US-Hauptstadt Washington stattfinden, wie die Gegner der Vorhabens in den sozialen Medien ankündigten. Gegen das Projekt hatte es monatelangen Widerstand gegeben, auch von zahlreichen Prominenten, bei dem die Polizei oft sehr hart durchgriff. (dpa)

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