Politik : Obama bietet Putin Hilfe an Gespräch über Terrorabwehr in Sotschi

Moskau - Zwei US-amerikanische Kriegsschiffe sind bereits im Schwarzen Meer unterwegs. Zum letzten Mal geschah dies im Sommer 2008. Damals sollten sie Georgien in dessen Krieg mit Russland zumindest moralisch beistehen. Jetzt sollen die US-Kriegsschiffe Russland im Notfall bei der Terrorismusbekämpfung während der Olympischen Winterspiele unterstützen, die am 7. Februar im Schwarzmeer-Kurort Sotschi eröffnet werden.

Allerdings würden sie nur nach einem offiziellen Ersuchen aus Moskau zum Einsatz kommen. Das hatte US-Präsident Barack Obama seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin erstmals Anfang Januar in einem Telefonat vorgeschlagen. Am Mittwoch erneuerte er das Angebot, wie der Pressedienst des Kremls meldete. Eine Kooperation bei der Verhütung und Bekämpfung von Terrorismus während der Spiele hatte zuvor auch Pentagon-Chef Chuck Hagel seinem russischen Kollegen Sergej Schojgu angeboten. Er und der Kremlchef ließen Washington jedoch wissen, dass Russland mit einschlägigen Bedrohungen allein fertig werden würde.

Nach dem Doppelanschlag im südrussischen Wolgograd Ende Dezember, bei dem 34 Menschen getötet und über 70 verletzt wurden, hat Moskau die Sicherheitsvorkehrungen in der Olympiastadt nochmals verschärft. Insgesamt 40 000 Geheimdienstler und Polizisten, darunter Spezialeinheiten für Extremismusbekämpfung, stehen in Sotschi und dem Umland bereit, die Wettkampfstätten werden aus der Luft von Drohnen überwacht. Bei akuter Gefahr sollen sogar hochmoderne Boden-Luft-Raketen zum Einsatz kommen.

Parallel dazu wird flächendeckend nach möglichen Selbstmordattentätern gefahndet. Wie Radio Echo Moskwy meldete, sollen vier Schwarze Witwen bereits in Sotschi sein. Eine von ihnen soll aus der Teilrepublik Dagestan stammen. Mit einem Foto der Frau wurde die Bevölkerung zur Mithilfe bei der Fahndung gebeten.

Mehrere Nationale Olympische Komitees, darunter der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), erhielten eine Terrordrohung. Es handele sich um eine Mail „mit unspezifischen Warnungen“, teilte der DOSB mit. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) habe die Warnung als nicht bedrohlich eingestuft, hieß es beim Olympischen Komitee Ungarns. win

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