Politik : Ölpreis-Debatte: Weihnachtsüberraschung

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Der Ölpreis ist gefallen. Vor gut einer Woche erzielte ein Barrel Rohöl noch Preise um die 35 Dollar, inzwischen kostet es rund 30 Dollar. Das liegt offenbar nicht an der Opec, die heute ihren 40. Geburtstag feiert, sondern an Bill Clinton. Denn erst als der amerikanische Präsident entschied, die strategische US-Reserve ab Oktober anzuzapfen, um das Angebot auf dem Weltmarkt zu erhöhen, da purzelte der Preis. Aha, denkt jetzt so mancher: Dann sollen doch unser Bundeskanzler und die Staatschefs anderer Industrieländer das Gleiche tun, damit der Ölpreis noch vor dem Winter nach unten rutscht. Doch der Preisrutsch spiegelt nicht den Ölbedarf dieser Welt wider, er zeigt nur: Die Märkte sind nervös. Der Ölpreis hat so stark reagiert, weil die Amerikaner die Ölhändler mit ihrer Entscheidung überrascht haben, täglich gleich eine Million Tonnen Rohöl mehr in den Weltmarkt zu leiten. Mit dieser Menge hatte keiner gerechnet. Fest steht: Wenn man nur Angebot und Nachfrage für Öl anschaut, liegt der eigentliche Marktpreis für Erdöl heute unter 30 Dollar. Von einer Trendwende spricht deswegen noch niemand. Damit Heizen im Winter nicht so teuer wird, müssen wir also auf weitere Überraschungen hoffen.

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