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Österreich : Christian Kern wird wohl neuer Bundeskanzler

Die Regierungspartei SPÖ soll sich auf einen Nachfolger für Werner Faymann geeinigt haben. Die meisten Landesparteien sprachen sich für Bahnchef Kern aus.

Bahn-Chef Christian Kern wird neuer Bundeskanzler von Österreich.
Bahn-Chef Christian Kern wird neuer Bundeskanzler von Österreich.Foto: Heinz-Peter Bader/REUTERS

Im Rennen um den neuen Regierungschef in Österreich hat Bahn-Manager Christian Kern die Favoritenrolle übernommen. Viele Funktionäre der Sozialdemokraten (SPÖ) sprechen sich für den politisch recht unerfahrenen ÖBB-Chef als Nachfolger für den zurückgetretenen Kanzler Werner Faymann aus. Spätestens am Dienstag will die SPÖ ihren neuen Chef präsentieren. Laut Online-Ausgabe der Tageszeitung "Kurier" sind die Würfel allerdings bereits gefallen. Auch "Spiegel online" meldete, dass Bahnchef Christian Kern Nachfolger des zurückgetretenen Kanzlers Werner Faymann wird. Von der SPÖ gab es dazu am Donnerstag aber zunächst keine Bestätigung.

Acht der neun SPÖ-Landesverbände hatten sich bis Donnerstag für den 50-jährigen Manager ausgesprochen. Der mit ihm konkurrierende Ex-ORF-Intendant Gerhard Zeiler hat nach eigenen Angaben seine Ambitionen aufgegeben. Die Würfel zugunsten von Kern fielen nach Medienberichten in einer Unterredung mit SPÖ-Interimschef Michael Häupl, der Medienberichten zufolge bisher den frühren RTL-Boss und heutigen Präsidenten von Turner-International, Gerhard Zeiler, unterstützt. Laut "Kurier" genieße Kern nun auch in der Wiener SPÖ "große Sympathie".
Kern, soll am Freitag als neuer Regierungs- sowie Parteichef der Sozialdemokraten vorgestellt werden. Der Bundesparteivorstand muss die Personalie am kommenden Dienstag offiziell absegnen.

Kern koodinierte als Bahn-Chef die Flüchtlingsankunft auf den Bahnhöfen

Der 50-jährige Kern hatte 2010 bei der hochdefizitären, staatlichen ÖBB das Ruder übernommen. In den vergangenen Jahren war es ihm gelungen, das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu führen. Davor war er unter anderem Manager bei Österreichs größtem Stromkonzern Verbund. Politische Erfahrung sammelte Kern als Sprecher des SPÖ-Parlamentsclubs. Punkten konnte Kern zuletzt, als er auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise in Österreich den massiven Zustrom an Migranten an den Bahnhöfen des Landes koordinierte.

Faymann, der seit 2008 die Geschicke das Landes lenkte, hatte zum Wochenbeginn seinen Rücktritt erklärt. Nach der Schlappe der SPÖ in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl Ende April kam der Politiker immer stärker unter Druck. Zuletzt musste er die Frage, ob er noch die volle Unterstützung der SPÖ habe, mit Nein beantworten. Der SPÖ- wie auch der ÖVP-Kandidat waren bei der Bundespräsidentenwahl weit abgeschlagen und landeten jeweils bei rund zehn Prozent. Klarer Sieger wurde der Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ. Die FPÖ hat im Zuge der Flüchtlingskrise auch bei Regionalwahlen deutlich zugelegt. Selbst der ehemalige Grünen-Chef und mittlerweile parteilose Alexander Van der Bellen schnitt besser ab als die Vertreter von SPÖ und ÖVP. Van der Bellen geht nun gegen den FPÖ-Mann Norbert Hofer am 22. Mai in die Stichwahl. (Reuters)

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