Politik : Opfer des Terrors: Hundert Deutsche unter den Opfern

Claudia von Salzen

Zum Thema Online Spezial: Terror gegen Amerika
Umfrage: Haben Sie Angst vor den Folgen des Attentats?
Fotos: Die Ereignisse seit dem 11. September in Bildern
Chronologie: Die Anschlagserie gegen die USA
Osama bin Laden: Amerikas Staatsfeind Nummer 1 gilt als der Hauptverdächtige Für das Auswärtige Amt wird es zur "traurigen Gewissheit": Bei dem Terroranschlag auf das World Trade Center in New York seien "mit hoher Wahrscheinlichkeit" 100 Deutsche ums Leben gekommen, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Andreas Michaelis, am Dienstag in Berlin. Zwar gibt es nach Angaben des Außenministeriums auch jetzt noch eine "Restunsicherheit", und das Krisenzentrum will weitere Nachforschungen anstellen. Aber eines scheint sicher: Die meisten der 100 Deutschen, die nun zu den Opfern gezählt werden, hatten am vergangenen Dienstag einen Termin im World Trade Center oder hielten sich in unmittelbarer Nähe des Gebäudes auf, als die entführten Flugzeuge in die beiden Türme rasten. Vier Deutsche starben in den entführten Flugzeugen, ihre Namen standen auf den Passagierlisten.

Nach dem Terroranschlag waren mehr als 15 000 Anfragen besorgter Angehöriger im Krisenzentrum des Auswärtigen Amtes eingegangen, über 1000 Namen standen zunächst auf einer vorläufigen Vermisstenliste. Schritt für Schritt konnte diese Zahl in vielen Telefonaten mit Angehörigen, Krankenhäusern und Hotels vor Ort eingegrenzt werden. Übrig blieben etwa 100 Namen. 100 Lebensgeschichten, versteckt in wenigen Angaben.

Bislang konnten noch keine deutschen Opfer identifiziert werden. Nur mit Hilfe von DNA-Analysen lässt sich die Identität der meisten Toten feststellen. Es werde Wochen dauern, bis die Identifizierung der Opfer abgeschlossen sei, sagte Michaelis. Aus den Trümmern des World Trade Centers wurden bislang 218 Tote geborgen. 5422 Menschen werden vermisst.

0 Kommentare

Neuester Kommentar