Ostukraine : USA werfen Russland Aufrüstung an Grenze vor

Das US-Außenministerium wirft Russland vor, die Militärpräsenz an der Grenze zur Ukraine deutlich zu erhöhen und damit gegen das Minsker Abkommen zu verstoßen. Im Grenzgebiet befänden sich so viele Truppen wie seit Oktober 2014 nicht mehr.

Prorussische Separatisten auf einem Archivfoto aus dem Januar 2015.
Prorussische Separatisten auf einem Archivfoto aus dem Januar 2015.Foto: dpa/Alexander Ermochenko

Die USA haben Russland eine Aufrüstung an der Grenze zur Ukraine sowie im umkämpften Osten des Nachbarlandes vorgeworfen. Die russische Armee habe "zusätzlich Luftabwehrsysteme im Osten der Ukraine stationiert und einige davon näher an die Frontlinien gebracht", kritisierte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Marie Harf, am Mittwoch in einer Erklärung. Russland schicke derzeit zudem weitere Soldaten an die Grenze zur Ukraine. Daraus würde sich die "größte (Truppen-)Präsenz an der Grenze seit Oktober 2014" ergeben.

Moskau unterstütze die prorussischen Separatisten in der Ostukraine durch "zunehmend komplexe" Militärausbildung, zum Beispiel im Umgang mit Drohnen. Die Drohnen seien "ein untrügliches Zeichen für die russische Präsenz" im Konfliktgebiet, erklärte Harf. " "Gemeinsame russische-sepratistische Truppen verstoßen weiterhin gegen das Mitte Februar unterzeichnete 'Minsk 2'-Abkommen", kritisierte Harf. Sie hätten "eine nennenswerte Zahl von Artillerie-Ausrüstung und Mehrfach-Raketenwerfern in den Gebieten", die dem Friedensplan zufolge dort verboten sind. Außerdem würden weitere schwere Waffen in die Ukraine gebracht.

Prorussische Aufständische kämpfen im Osten der Ukraine seit rund einem Jahr gegen die ukrainische Armee. Seither wurden bei den Kämpfen mehr als 6000 Menschen getötet. Am 12. Februar unterzeichneten beide Seiten in der weißrussischen Hauptstadt Minsk einen Friedensfahrplan. Seitdem sind die Gefechte in der Ostukraine deutlich abgeflaut. Allerdings setzten nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beide Seiten weiterhin immer wieder schwere Waffen ein.

Die US-Armee hatte am Montag begonnen, die ukrainische Armee durch eine Ausbildungsmission zu unterstützen. Die USA liefern dem Land außerdem militärische Ausrüstung wie gepanzerte Fahrzeugen, Schutzwesten, Radarsysteme und Nachtsichtgeräte. Waffenlieferungen lehnt Washington bislang ab. (AFP)

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