Politik : Pannen und Proteste - Welchen Kraftwerken die Exporthilfe zugute kommen soll

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Das Atomkraftwerk in der chinesischen Vier-Millionen-Stadt Lianyungang ist für Siemens eine Premiere: Erstmals beteiligt sich der Konzern am Bau eines Reaktors in China. Der Siemens-Bereich Energieerzeugung (KWU) liefert die Leittechnik des Druckwasserreaktors im Wert von rund 300 Millionen Mark. Das bei Kraftwerk ist ein russisch-chinesisches Gemeinschaftsprojekt. Russland liefert dem Vertrag zufolge zwei Reaktorblöcke mit einer Stomleistung von je 1000 Megawatt.

Die beiden anderen Atomkraftwerke in Argentinien und Litauen, die jetzt mit Hilfe staatlicher Bürgschaften mit Siemens-Technik ausgestattet werden sollen, sind Umweltschützern schon lange ein Dorn im Auge. Nach Sicherheitspannen im argentinischen Reaktor Atucha I hat Greenpeace wiederholt die sofortige Stillegung des 1974 von Siemens gebauten Kraftwerks gefordert, das nur 100 Kilometer von der Zwölf-Millionen-Stadt Buenos Aires entfernt liegt. Jetzt will der Konzern den Schwerwasserreaktor für rund 50 Millionen Mark "auf den jüngsten westlichen Stand der Sicherheit bringen", wie Siemens-Sprecher Andreas Büdel dem Tagesspiegel sagte.

Für den litauischen Reaktor Ignalina will Siemens für rund 20 Millionen Mark eine Entsorgungsanlage für flüssige radioaktive Abfälle bauen. Das Atomkraftwerk ist baugleich mit dem Tschernobyl-Reaktor. Eine ARD-Dokumentation berichtete 1996 von Sicherheitsmängeln und gestohlenen Brennstäben in Ignalina unter dem Titel: "Eine Stadt in Angst".

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