Politik : Parteitag der US-Demokraten: Clinton: "Gore ist stets ein Streiter für Normal-Amerikaner"

Robert von Rimscha

Mit der Mobilisierung seiner Anhänger hat Bill Clinton am Montagabend die erhoffte Machtübergabe an Al Gore eingeleitet. "Meine amerikanischen Mitbürger: Geht es uns heute besser als vor acht Jahren?", fragte Clinton zum Auftakt des Wahlparteitags der Demokraten ins Los Angeles. Der US-Präsident präsentierte die ökonomischen Erfolgsdaten seiner Amtszeit und empfahl Gore und dessen Kandidaten für die Vize-Präsidentschaft, Joe Lieberman, insbesondere für die Wirtschaftspolitik, die Einigung Amerikas, Menschenrechte und Chancengleichheit.

"Nur wenn wir Kurs halten, können wir Amerika erstmals seit 1835 schuldenfrei machen", so Clinton. "Es geht uns nicht nur besser, wir sind auch ein besseres Land, wir sind toleranter, einiger. Das ist der Zweck des Wohlstands!" Anders als beim Parteitag der Republikaner vor zwei Wochen stand nicht das Umwerben der Mitte im Zentrum, sondern die Konsolidierung der eigenen Parteibasis. Umfragen zeigen, dass 93 Prozent der Republikaner für Bush stimmen wollen, aber nur 78 Prozent der Demokraten für Gore.

Clinton pries Gore als "stets den größten Streiter für normale Amerikaner". Sein Vize verstehe wirklich, um was es in Zukunft gehe. Zuvor hatte First Lady und Senats-Kandidatin Hillary Rodham Clinton "die visionäre Führungskraft" ihres Mannes gelobt. Amerika sei ein "stärkeres und besseres Land als 1992", zum Beginn der Clinton-Ära, reicher, mächtiger und gesünder denn je.Wie die Republikaner in Philadelphia stellten auch die Demokraten Frauen und Farbige ins Zentrum ihres Parteitag-Auftakts. "Wir sind, was die anderen zu sein behaupten", sagte Lydia Cammarillo, eine Einwanderertochter aus Mexiko. "Die republikanische Schönrednerei darf uns nicht vergessen machen, wie mies es uns vor acht Jahren ging", meinte Terrence McAuliffe, der Convention-Vorsitzende und Chef-Spendeneintreiber für Gore. Kaliforniens Gouverneur Gray Davis bezeichnete die Republikaner als Imitatoren. "Wir brauchen nicht so zu tun, als seien wir die Partei von Toleranz und Inklusivität", sagte Davis.

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