Parteitag : Neue CDU-Mannschaft in Rheinland-Pfalz

Mit der Wahl eines neuen Landesvorstands hat die CDU in Rheinland-Pfalz am Samstag die Weichen für einen Neuanfang nach der Niederlage bei der Landtagswahl gestellt.

Mülheim-Kärlich - Der 38 Jahre alte Rechtsanwalt und Fraktionschef im Mainzer Landtag, Christian Baldauf, wurde auf einem Parteitag in Mülheim-Kärlich mit 93 Prozent zum Landeschef gewählt. Baldauf rief seine Partei zur Geschlossenheit auf. «Wir müssen zu einer Mannschaft werden, in der Fair Play und Teamgeist gefragt sind», betonte er. Ohne ein «Wir-Gefühl» werde die CDU keine Chance bei den kommenden Wahlen haben.

Baldauf wurde mit 387 von 422 Stimmen gewählt. 29 Delegierte stimmten gegen ihn, 6 enthielten sich. Er tritt die Nachfolge von Christoph Böhr an, der nach dem CDU-Debakel bei der Landtagswahl zurückgetreten war. «Ich bitte Sie, es mit mir zu versuchen», sagte Baldauf. Er verspreche «vollen Einsatz und das für die gesamte Spieldauer».

"Signal des Aufbruchs"

Baldauf betonte, von dem Parteitag müsse ein «Signal des Aufbruchs» ausgehen, die Vergangenheit solle «Ansporn zum Lernen» sein. Die CDU brauche wieder ein «unverwechselbares Profil mit Ecken und Kanten» und müsse näher an den Menschen sein.

Als Ziel gab Baldauf die Ablösung der SPD-geführten Landesregierung in fünf Jahren an. «Ich will anecken, um Unterschiede zu den anderen Parteien klar zu machen», sagte er. Zentrale Themen müssten Arbeitsmarkt, Familie und Finanzen sein. Die Landesregierung vernachlässige die Bildung, Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) betreibe «Zechprellerei zu Lasten der kommenden Generationen».

Der scheidende Landeschef Christoph Böhr beschwor die Partei in seiner Abschiedrede, zur Einigkeit zurückzufinden. Wenn dies gelinge, werde die CDU im Land unschlagbar sein, rief er den rund 450 Delegierten im Saal zu. Seinem Nachfolger wünschte Böhr «eine Partei ohne Heckenschützen». Die Delegierten verabschiedeten Böhr mit stehenden Ovationen. (Von Gisela Kirschstein)

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