Politik : PDS: "Die DDR war ein Friedensfaktor in der Welt"

m.m.

Die PDS-Vorsitzende Gabi Zimmer hat den ehemaligen Mitgliedern der SED vorgeworfen, bei der demokratisch-sozialistischen Veränderung der DDR gescheitert zu sein. In einem Brief an die Mitglieder der PDS schreibt Zimmer: "Wir haben nicht rechtzeitig mutig zueinander gefunden, um einen lebensfähigen Sozialismus zu ermöglichen." Die Lehre aus der Geschichte müsse sein, dass Sozialismus nicht als Befehlssystem, nicht hinter Mauern gedeihen könne. Damit diese unumstößliche Lehre wirklich beherzigt werden könne, müssten die historischen Umstände von Ereignissen wie am 17. Juni 1953 oder am 13. August 1961 analysiert werden.

Ausführlich befasst sich Zimmer mit den Errungenschaften der DDR. "Wir lebten in einem Land, das als ein Friedensfaktor in Europa und der Welt (...) galt, und sich durch eine durchaus flexible internationale Politik in diesem Sinne auszeichnete", schreibt sie. Und: "Wir lebten in einem Land, in dem jeder mit eigener Arbeit seine Existenz gewährleisten konnte - vor unserer westlichen Haustür entwickelte sich Massenarbeitslosigkeit." Zimmer schränkt ein, der Kampf um hohe Ziele sei in der DDR mit der Verletzung der Menschenrechte einhergegangen, auch mit einer ineffektiven Wirtschaft. "Und die SED war dafür die hauptverantwortliche Kraft."

Kritisch äußert sich die Parteichefin zu den innerparteilichen Auseinandersetzungen in der PDS von heute. Es sei noch nicht gelungen, mehr und rechtzeitig miteinander zu reden - miteinander, nicht gegeneinander. "Auch ich bin damit unzufrieden. Der in Cottbus gewählte Vorstand hat da die selbst gesetzten Ansprüche noch nicht voll eingelöst." Zimmer warnte davor, die PDS gefährde ihre eigene Perspektive, wenn sie weiterhin hauptsächlich wegen ihres inneren Zwistes wahrgenommen werde.

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