Politik : PDS: Noch nicht gewählt - und schon beschädigt (Kommentar)

m.m.

Roland Claus ist beschädigt, bevor er gewählt wird. Gregor Gysi hat ihn ins Rennen geschickt, um seine Nachfolge als Fraktionschef im Bundestag anzutreten. Gysi will den Mann, der in Magdeburg die Zusammenarbeit von SPD und PDS normal werden ließ und eine solche Politik auch für den Bund konzipiert. Dagegen eine Doppelspitze mit einem Ost-Mann und einer West-Frau, wie sie jetzt von den westdeutschen Bundestagsabgeordneten gefordert wird? Die Akteure würden sich vom ersten Tag an blockieren. Es wäre die zweite große Niederlage der Reformer im Führungsstreit. Bereits in der Auseinandersetzung um die Nachfolge von Parteichef Lothar Bisky war Dietmar Bartsch gescheitert. Der um Ausgleich bedachte Vorstand entschied sich für die kaum bekannte Gabi Zimmer, die ihren Ruf als "Integrationstante" weg hat. Werden nun die restaurativen Kräfte erneut das Führungsvakuum füllen? Die Reformer in der PDS müssen jetzt zeigen, wie viel sie noch wert sind. Zufall oder nicht, dass da der Name Bartsch erneut ins Spiel kommt - diesmal als Alternativ-Kandidat für den Fraktionsvorsitz. Noch bestreitet der Parteimanager, am roten Personalkarussell drehen zu wollen. Wie lange gilt das noch?

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