Politik : PDS-Parteitag: Die Partei wählt neue Führung und will sich öffnen

Sabine Beikler

Mit der Wahl eines neuen Parteivorstandes steht der PDS am Wochenende auf dem Bundesparteitag in Cottbus ein Führungs- und Generationenwechsel bevor. Der 59-jährige Lothar Bisky wird nach acht Jahren sein Amt als Bundesvorsitzender abgeben. Als sicher gilt die Wahl seiner designierten Nachfolgerin, der thüringischen PDS-Fraktionsvorsitzenden Gabriele Zimmer. Die zum Reformflügel der Partei gezählte 45-Jährige hatte auf den PDS-Regionalkonferenzen im Vorfeld des Parteitages die Integration der verschiedenen Parteiflügel und die gesellschaftliche Öffnung der PDS betont. Für die Stellvertreterposten kandidieren der amtierende Vize Diether Dehm, die Berliner Landesvorsitzende und stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Petra Pau, sowie der sächsische Landesvorsitzende Peter Porsch.

Mit Spannung wird der Ausgang der Wahlen zum Bundesvorstand erwartet. Kandidieren werden unter anderem der stellvertretende Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Helmut Holter, und Petra Sitte, die sachsen-anhaltinische Fraktionsvorsitzende. Beide zählen wie Gabi Zimmer zum Reformflügel der Partei. Für einen Posten im Vorstand hat sich auch Sahra Wagenknecht von der Kommunistischen Plattform beworben.

Die Positionsbestimmung der PDS vor den Bundestagswahlen 2002 ist auch als Schwerpunkt des Leitantrages festgeschrieben, über den die 500 Delegierten debattieren werden. Wichtigstes Ziel der PDS ist der Wiedereinzug in den Bundestag mit mehr als sechs Prozent der Stimmen. Die Partei schließt unter der Option, als linke Oppositionspartei den Druck auf die Regierung zu verstärken, mittelfristig auch auf Bundesebene ein Mitte-Links-Bündnis nicht mehr aus.

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