• Peking begrüßt Annäherung Chinas an G8-Gruppe - Japan reagiert zurückhaltend auf Schröders Vorschlag

Politik : Peking begrüßt Annäherung Chinas an G8-Gruppe - Japan reagiert zurückhaltend auf Schröders Vorschlag

na/mg

Der Ministerpräsident der Volksrepublik China, Zhu Rongji, hat die Initiative von Bundeskanzler Gerhard Schröder, die Volksrepublik China in den G8-Konsultationsprozess einzubeziehen, als Ausdruck des Willens bewertet, die Beziehungen zu China weiter zu entwickeln. "Das schätzen wir", sagte Zhu in einem Gespräch mit dem Handelsblatt und der Wirtschaftswoche am Vorabend der offiziellen Gespräche mit Bundeskanzler Gerhard Schröder in Peking. China unterhalte bereits Kontakte zur G8 und habe in vielen Fragen schon mit diesen führenden Industriestaaten und Russland zusammengearbeitet.

Chinas Regierung werde noch darüber nachdenken, ob das Land der G8 beitreten solle, erklärte Zhu. Die chinesische Regierung wisse nicht, wie andere G8-Staaten über die Anregung Schröders dächten. Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Zhang Qiyue, begrüßte engere Verbindungen mit der G8-Gruppe. Die japanische Regierung reagierte zurückhaltend auf Schröders Vorschlag. Der Sprecher des japanischen Außenministeriums, Sadaaki Numata, sagte nach Darstellung der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo, man müsse innerhalb der G8-Mitglieder erörtern, ob eine Erweiterung des Mitgliederkreises weiterhin eine effektive Politik-Koordination ermögliche.

Zhu äußerte sich zuversichtlich über eine baldige Mitgliedschaft Chinas in der Welthandelsorganisation (WTO). China, so Zhu, brauche die Mitgliedschaft in der WTO, zugleich brauche die WTO auch China. China könne nur mit dem Status eines Entwicklungslandes der WTO beitreten. Mit vielen Ländern habe China bereits bilaterale Verhandlungen über seinen Beitritt zur WTO abgeschlossen. Zhu verwies darauf, dass sich China bereits seit 13 Jahren um eine Aufnahme in die WTO bemühe.

Zur anhaltenden Diskussion über eine Abwertung der chinesischen Währung, des Renminbi, sagte Zhu, es habe zwar in der ersten Hälfte des Jahres 1999 ein Minus bei den chinesischen Exporten gegeben, in der zweiten Jahreshälfte seien die Ausfuhren jedoch wieder gestiegen. Die Zahlungsbilanz habe sich verbessert und die Devisenreserven hätten sich weiter erhöht.

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