Politik : Peter Müller, CDU: Jung, wild und immer im Mittelpunkt

sks

Es ist noch nicht allzu lange her: Im Garten einer Bonner Landesvertretung feierte die SPD-Bundestagsfraktion den Start in die parlamentarische Sommerpause. Und plötzlich mittendrin ein fröhlich-fremdes Gesicht. Da war einer, den keiner kannte. Bis er sich selbst "outete": Peter Müller, Junger Wilder und neuer Hoffnungsträger der CDU an der Saar, wollte mal erschnuppern, wie der politische Gegner so zu feiern pflegt.

So ist er, dieser Peter Aloysius Müller, heute 44 Jahre alt. Wer ihn nicht kennt, dem macht er sich rasch bekannt. Und damit hat der Jurist und Richter im Saarland inzwischen einigen Erfolg. Jetzt will er dieses Bundesland wieder zu einem "schwarzen" machen. Und die Aussichten stehen gar nicht so schlecht.

Der parteipolitische Erbe von Landeschef Klaus Töpfer ist ein Kind des Landes, geboren in Illingen und aufgewachsen in Bubach-Calmesweiler, er war Richter in Ottweiler, zuletzt am Landgericht Saarbrücken und zugleich Lehrbeauftragter der Universität des Saarlandes. Das sind Namen, Daten und Orte, die an der Saar Gewicht haben, wenn einer daran geht, diesen kleinsten Flächenstaat der Republik zu regieren. Dass er zudem in der Vergangenheit der Bonner Mutterpartei immer wieder auf die Sprünge zu helfen versucht hat - "alle sitzen bequem auf dem Sofa herum und starren auf Kohl" - hat ihm zudem einen guten Ruf eingebracht.

Aus all diesen Gründen hat er es sich in diesem Wahlkampf leisten können, ein saarländisches Tabuthema offen anzusprechen (um sich postwendend von der SPD den Vorwurf des Verrates einzufangen): Müller verspricht den Ausstieg aus dem Kohle-Bergbau. In diesem Punkte war der Wahlkampf gereizter geworden. Obwohl andererseits dieser häufig so aggressiv wirkende Müller zum Gegner Klimmt "ein sehr gutes Vertrauensverhältnis" hat; nicht nur wegen einer lange bestehenden Skatbrüderschaft.

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