Politik : Pfingsttreffen von Neonazis verboten

Dieter Hanisch

Ludwigslust - Das geplante Pfingsttreffen von Neonazis mit einschlägigen Musikgruppen wie „Spreegeschwader“, „Words Of Anger“, „Todesstrafe“ oder „Hauptkampflinie“ auf einem Anwesen im mecklenburgischen Landkreis Ludwigslust ist verboten worden. Innerhalb kürzester Zeit hatte der Ort Bakendorf durch die Konzertpläne einen unrühmlichen Bekanntheitsgrad erlangt. Die zuständige Kreisordnungsbehörde hat nach Auskunft des Leiters des Rechtsamtes, Christopher Pöschke, das geplante Treiben nicht als Versammlung – wie ursprünglich angemeldet – gewertet, sondern als Veranstaltung, von der sie erhebliche Gefahren für Sicherheit und Ordnung ausgehen sieht. Pöschke betonte, dass sein Amt eingereichte Liedtexte geprüft habe, in denen zu Gewalt, Volksverhetzung und Rassenhass aufgerufen wurde. Der Veranstalter habe trotz Nachfrage außerdem nicht alle an ihn gerichteten Anfragen zu dem mehrtägigen „Open Air“ beantwortet.

In Bakendorf sollte es vom 2. bis 6. Juni auf dem Privatgelände des der rechten Szene angehörenden Aktivisten Jürgen Witt hoch hergehen. Der 30-Jährige gibt sich ansonsten aber als biederer Anwohner. Mit Sicherheit weiß er, wer in den vergangenen Tagen an den Haustüren des kleinen Ortes geklingelt und für ein harmloses Grillfest Unterschriften gesammelt hat. Ob er auch wusste, dass auf seinem Anwesen im „Dritten Reich“ der NSDAP-Ortsgruppenleiter gewohnt hat? Witt selbst ist kein unbeschriebenes Blatt. Er war 2002 schon einmal Veranstalter eines verbotenen Skinkonzertes. Auch das spielte offenbar eine Rolle für die Ablehnungsverfügung, gegen die Witt übrigens, wie er schon am Montag ankündigte, rechtliche Schritte einleiten will.

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