PKK-Entführung : Erdogan sichert Merkel Hilfe zu

Die Türkei hat Deutschland umfassende Hilfe bei der Befreiung der drei in der Osttürkei entführten Bergsteiger versprochen. Am Rande des Mittelmeergipfels in Paris besprachen der türkische Ministerpräsident Erdogan und Kanzlerin Merkel das weitere Vorgehen. Unterdessen droht die PKK Deutschland mit Angriffen auf "Wirtschaftsinteressen".

Erdogan
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. -Foto: AFP

Paris/IstanbulMinisterpräsident Recep Tayyip Erdogan habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zugesichert, "dass die türkischen Stellen alles tun, um die Geiseln freizubekommen", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Sonntag in Paris. Die Führung der kurdischen PKK-Rebellen forderte Deutschland auf, die Türkei zum Abbruch der Suche nach den drei entführten Bergsteigern zu bewegen. In einer später verbreiteten Erklärung drohte die PKK mit Angriffen auf deutsche "Wirtschaftsinteressen" in der Türkei.

Laut Wilhelm führten Erdogan und Merkel am Sonntagnachmittag am Rande des Gründungsgipfels der Mittelmeerunion in Paris ein kurzes Gespräch, ein weiteres sollte am Abend folgen. "Beide Seiten haben sich eine enge Zusammenarbeit zugesagt", sagte der Regierungssprecher. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte in Paris, der Krisenstab im Auswärtigen Amt tue "das ihm Mögliche, um zu einer baldigen und vor allem bedingungslosen Freilassung der Geiseln zu kommen". Sowohl in Ankara als auch in der Region am Berg Ararat unterstützen Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes (BKA) die türkischen Kollegen.

Geiseln bei guter Gesundheit

Wenn der deutsche Staat etwas für die Familien der Entführten tun wolle, solle er die Türkei auffordern, die Einsätze der Sicherheitskräfte in der Region um den Berg Ararat zu stoppen, erklärte das PKK-Führungskomitee laut einer Meldung der pro-kurdischen Nachrichtenagentur Firat vom Sonntag. Der Gesundheitszustand der Geiseln sei gut, hieß es weiter. Die PKK-Führung will sich nach eigenen Angaben um eine Freilassung bemühen. Voraussetzung sei jedoch ein Stopp der türkischen Militäraktionen am Ararat.

In der später von der Nachrichtenagentur Firat verbreiteten Erklärung der PKK hieß es, die Entführung von drei deutschen Bergsteigern am Berg Ararat richte sich nicht gegen das deutsche Volk, sondern gegen die Politik der Regierung unter Kanzlerin Merkel. Hätte die PKK Ressentiments gegen die deutsche Nation, "dann hätten wir deutschen Wirtschaftsinteressen in der Türkei sehr viel größeren Schaden zufügen können", hieß es in der Erklärung. "Wir sind stark genug, solchen Schaden anzurichten."

Die drei Deutschen waren am Dienstagabend von PKK-Rebellen von ihrem Basislager auf dem Berg Ararat verschleppt worden. Die anderen Mitglieder der 13-köpfigen Bergsteigertruppe kamen am späten Freitagabend aus der Türkei nach Deutschland zurück. (iba/AFP)

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