Politik : Polen im Wandel: Neues Buch von Tagesspiegel-Autor Klaus Bachmann

Klaus Bachmann: Polens Uhren gehen anders. Warscha

1989 einigten sich in Polen die kommunistische Staatsmacht und die Solidarnosc-Opposition auf freie Wahlen. Es folgte ein Erdrutschsieg für die Solidarnosc und die Bildung einer Übergangsregierung aus Bürgerrechtlern und kommunistischen Generälen, die den friedlichen Übergang von der Diktatur zur Demokratie ermöglichte. Seither ist viel Wasser die Weichsel heruntergeflossen. Inzwischen ist Polen Mitglied der Nato und verhandelt mit der EU über eine Mitgliedschaft. Klaus Bachmann, Polen-Korrespondent des Tagesspiegel, hat diese Entwicklung über zehn Jahre lang beobachtet. In seinem Buch "Polens Uhren gehen anders" versucht er die Frage zu beantworten, welche Rolle Polen künftig in einer erweiterten EU spielen kann und wie sich die Aufnahme Polens in die EU auf das historisch stark belastete Verhältnis zwischen Polen und Deutschland auswirken wird.

Seine Thesen: Die Transformation von einer Plan- in eine Marktwirtschaft ist in Polen nicht nur billiger, sondern auch effektiver gewesen als in Ostdeutschland. Trotz starker angelsächsischer Einflüsse in der Wirtschaftspolitik wird Polen auch viele gemeinsame Interessen mit Frankreich und Deutschland haben. Mit der bisherigen Erweiterungsstrategie könne man, so seine Kritik, die EU um einzelne Kandidaten erweitern, aber nicht Europa einigen: "Der Reformbedarf in der EU und in Deutschland ist weit größer, als bisher angenommen."

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