Politik : Putin in Nordkorea: Außenminister Iwanow spricht von einem "befreundeten Land"

Als erster russischer Staatschef wird Wladimir Putin im Juli in das kommunistische Nordkorea reisen. Die Einladung gehe vom neuen nordkoreanischen Führer Kim Jong Il aus, erklärte der Kreml am Freitag in Moskau. Das jahrzehntelang abgeschottete stalinistische Regime in Pjöngjang hat sich in den vergangenen Monaten vorsichtig geöffnet. Wegen seiner Raketentests betrachten die USA Nordkorea als einen "Schurkenstaat", gegen dessen mögliche Angriffe sie sich mit dem umstrittenen nationalen Raketenabwehrsystem (NMD) schützen wollen.

Der russische Außenminister Igor Iwanow verneinte am Freitag in Moskau die Frage, ob Russland Nordkorea zu einer Aufgabe möglicher Raketenpläne bewegen wolle. Putin reise in ein "befreundetes Land" und habe nicht vor, "irgendjemanden zu überreden". Das russische Präsidialamt verwies darauf, dass Putins Besuch vor dem Hintergrund des bevorstehenden ersten Gipfels zwischen Nord- und Südkorea stattfinde, der am Montag in Pjöngjang beginnt. Als Termin für Putins Nordkorea-Visite wurde in Moskau die zweite Juli-Hälfte genannt.

Russland und Nordkorea hatten im Februar einen Freundschaftsvertrag geschlossen. Im Kalten Krieg waren die damalige Sowjetunion und Nordkorea enge Verbündete gewesen. In den letzten Jahren war das Verhältnis abgekühlt, weil die Führung Nordkoreas Russland den Abfall von der kommunistischen Lehre vorwarf.

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