• Rakete schlägt erstmals in deutschem Camp ein Afghanistan- Truppe vermutet Anschlag von Al Qaida und Taliban

Politik : Rakete schlägt erstmals in deutschem Camp ein Afghanistan- Truppe vermutet Anschlag von Al Qaida und Taliban

Ulrike Scheffer

Kabul. In Kabul ist zum ersten Mal eine Rakete im deutschen Camp der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) eingeschlagen. Bei dem Angriff auf Camp Warehouse am Donnerstagabend wurden ein kanadischer Soldat sowie ein afghanischer Mitarbeiter leicht verletzt. Insgesamt explodierten drei Raketen in der afghanischen Hauptstadt. Nach Angaben von Isaf-Sprecher Manfred Wittig schlug eine im Umkreis des Kabuler Flughafens ein, eine weitere zielte ebenfalls auf die Isaf und detonierte in der Nähe eines Camps, das derzeit für kanadische Isaf-Soldaten eingerichtet wird. Verletzt wurde hier niemand. Die Isaf vermutet die Attentäter im Umfeld der Terrororganisation Al Qaida und der früheren afghanischen Machthaber, den Taliban. „Ein Zusammenhang mit dem Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA liegt nahe“, sagte Wittig dem Tagesspiegel. Anders als bei früheren Angriffen habe es sich um kleinere Kaliber gehandelt. Am 30. März war das Hauptquartier der Isaf direkt getroffen worden. Auch in der Nähe des Camp Warehouse waren in der Vergangenheit immer wieder Raketen eingeschlagen. In diesem Camp ist der Großteil der deutschen Soldaten untergebracht. Die meisten Anschläge erfolgten aus den Bergen südlich von Kabul. Seit die Isaf im April ihre Kontrollfahrten in dieser Region ausgeweitet hat, war es ruhig geblieben.

Der deutsche Nato-General und Isaf-Kommandeur Götz Gliemeroth betonte in einer Mitteilung: „Die Angriffe werden die Isaf in keinster Weise von ihrer Entschlossenheit abbringen, ihre Mission fortzuführen.“ Man habe um die Risiken des Einsatzes gewusst. „Dieser Vorfall erinnert uns daran, warum wir hier sind: um der afghanischen Übergangsregierung zu helfen, die Stabilität in Kabul und Umgebung zu erhöhen“, sagte Gliemeroth. Isaf-Spezialisten untersuchten die Angriffe gemeinsam mit den afghanischen Behörden.

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