Politik : Raketen auf Israel und Angriff in Gaza

Tel Aviv - Drei israelische Großstädte und einige kleinere Orte stehen seit Freitagabend unter heftigstem Raketenbeschuss extremistischer Palästinensergruppierungen, während die israelische Luftwaffe mit ihren Raketen und Bomben immer wieder Ziele in Gaza-Stadt und Umgebung anvisiert. So heftig bekämpften sich Israelis und Palästinenser rund um den Gazastreifen seit langem nicht mehr. Auf palästinensischer Seite wurden bis Sonntagnachmittag 18 Tote gemeldet. „Allesamt Terroristen, mit Ausnahme eines zwölfjährigen Kindes“, sagte der israelische Militärsprecher, der damit wohl Angehörige der Raketenkommandos und ihre Hintermänner meinte.

Angefangen hatte am Freitag das palästinensische Volkswiderstandskomitee, das Granaten auf Israel abfeuerte. Israels Luftwaffe tötete danach in einer gezielten Aktion den Generalsekretär des Volkswiderstandskomitees, Zuhair Mussa Ahmed al Qaissi. Was zuerst als reine Vergeltung galt, wurde später als Präventivschlag zur Verhinderung eines bevorstehenden Terroranschlages bezeichnet, der vom Sinai aus über die Grenze nach Israel ausgeführt werden sollte. Vor einem halben Jahr hatte al Qaissi einen ähnlichen Anschlag verüben lassen. Er und seine Leute gelten auch als Hauptverantwortliche für die Geiselnahme des Soldaten Gilad Shalit.

Das Volkswiderstandskomitee und der Islamische Dschihad reagierten auf die Tötung Qaissis mit einem heftigen Raketenbeschuss israelischen Gebietes, besonders der Großstädte Ashdod, Ashkelon und Beer Shewa. Insgesamt wurden von Freitagabend bis Samstagnacht nicht weniger als 120 Raketen abgefeuert. Im gesamten vergangenen Jahr waren es „nur“ 500 Raketeneinschläge im grenznahen israelischen Gebiet. Am Sonntag folgten bis zum Nachmittag weitere 25 Raketen. cal

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