Politik : Rebellen in Peru geben auf

Sandra Weiss

Montevideo/Lima - Nach vier Tagen ist ein Militäraufstand im Südosten von Peru nach Regierungsangaben beendet worden. Die aufständischen Ultranationalisten hätten ihre Waffen niedergelegt und sich ergeben, sagte der peruanische Präsident Alejandro Toledo am Dienstag in Lima. Die Geiselnehmer hatten in einer Polizeiwache in der Stadt Andahuaylas zuletzt 17 Menschen in ihrer Gewalt, die nach Medienberichten freikamen. Es werde keine Nachsicht für die Rebellen geben, betonte Toledo in Lima.

Zuvor war es peruanischen Streitkräften gelungen, den Anführer und Ex-Offizier Antauro Humala festzunehmen. Humalas ultranationalistische Reservistentruppe hatte am Neujahrstag eine Polizeistation eingenommen und den Rücktritt von Präsident Toledo gefordert, den sie als Vaterlandsverräter beschimpft hatten. Die Festnahme erfolgte offenbar, während er mit Unterhändlern der Regierung die Waffenübergabe aushandelte.

Für Toledo, dessen Regierung von einem Korruptionsskandal zum nächsten schlittert und dessen Popularität im einstelligen Bereich liegt, ist die Rebellion ein Schlag ins Gesicht. Der Regierung scheint die Kontrolle über das Hochland zu entgleiten. In der überwiegend von Indigenas bewohnten Region kommt es immer wieder zu blutigen Protesten. „Die Leute sind zwar mit Humalas Methoden nicht einverstanden, aber sie teilen dessen Kritik an einer frivolen und korrupten Politikerkaste", so der Analyst Augusto Alvarez.

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