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Recht auf Nahrung : Rio+20 und der Kampf gegen den Hunger

24.06.2012 15:16 Uhrvon
Was lässt sich gegen die Nahrungsmittelknappheit in weiten Teilen der Welt tun?Bild vergrößern
Was lässt sich gegen die Nahrungsmittelknappheit in weiten Teilen der Welt tun? - Foto: reu

Rund eine Milliarde Menschen leiden weltweit an Hunger. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat zum Abschluss des Rio+20-Gipfels nun ein ambitioniertes Programm gegen den Nahrungsmangel ausgerufen.

Rio de Janeiro,Rio+20Monatelang ist im Vorfeld des Weltnachhaltigkeitsgipfels Rio+20 darüber gestritten worden, ob dort das Recht auf angemessene und ausreichende Nahrung im Abschlussdokument erhalten bleibt. Es steht da noch. Aber mehr auch nicht. Deshalb hat der Generalsekretär Ban Ki Moon zum Abschluss des Gipfels die „Null Hunger Wette“ ausgerufen. Nach dem Vorbild des brasilianischen „Null-Hunger-Programms“, das die Arbeiterpartei vor bald zehn Jahren unter dem damaligen Präsidenten Lula da Silva aufgelegt hatte, soll nun weltweit erreicht werden, dass die aktuell rund eine Milliarde Hungernder von diesem Übel befreit wird.

Der neue Chef der Weltagrarbehörde FAO ist Brasilianer und hat gleich seine Erfahrung eingebracht. Die neue Chefin des Welternährungsprogramms (WFP), Ertharin Cousin, ist Amerikanerin. Auch sie beteiligt sich an dem Programm.

Ertharin Cousin hat auf ihren ersten Reisen erkannt, dass vor allem Schulspeisungsprogramme ein wirkungsvolles Mittel gegen den Hunger sind. In Haiti beispielsweise führt das warme Mittagessen und die Milch, die es dort gibt, dazu, dass immer mehr Kinder in die Schule kommen. Gleichzeitig schaffen die Schulspeisungsprogramme einen Markt für Kleinbauern, die dort einen sicheren Abnehmer haben. Das Selbstbewusstsein und die finanzielle Basis, die sie so erworben haben, „hat Milchbauern in Haiti nun einen Schritt weiter gehen lassen. Sie suchen sich nun ihre eigenen Märkte“, sagte Ertharin Cousin dem Tagesspiegel-Online. Sie kam gerade aus Haiti in Rio an und berichtete begeistern vom Käse und dem Joghurt, den die Bauern inzwischen herstellen und nicht mehr nur in den drei Monaten vermarkten, die die Schulen geschlossen sind. Mit dem neuen Präsidenten Haitis, Michel Martelly, stellte Cousin in Rio das Schulspeisungsprogramm vor.

Die Regierung, berichtet sie, wolle überall im Land kleine Molkereien aufbauen, damit die Bauern ihre Milch auch verkaufen können. „Die Milch wird morgens mit einem Motorrad abgeholt“, berichtet Cousin. Allerdings weiß die WFP-Chefin auch, dass ein warmes Mittagessen in der Schule allein zwar die Kinder am Leben erhält, sie aber noch nicht unbedingt weiter bringt. „Die Qualität der Schulbildung ist der Schlüssel“, sagt sie. Ohne eine Verbesserung der Ausbildung „können die Kinder, die Hoffnungen, die sie wecken, nicht erfüllen“. Deshalb arbeite das WFP nun mit der UN-Kinderorganisation Unicef zusammen, um Schulmaterial zu beschaffen. Die Lehrer und die Bildungsinhalte müssten aber von den Regierungen kommen. „Das ist eine staatliche Aufgabe.“

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